Gibt es das eigentlich noch? Family Entertainment? So richtig?
Man sitzt zusammen, lacht zusammen, erschrickt zusammen. Eine Geschichte für alle – Generationen, Temperamente, dieser eine leicht problematische Onkel inklusive. Früher war das eine Selbstverständlichkeit. Heute wirkt es manchmal fast nostalgisch.
Algorithmen sortieren Zielgruppen auseinander. Plattformen optimieren auf individuelle Nutzung. Und wir im öffentlich-rechtlichen System fragen uns gelegentlich selbst: Wo ist eigentlich unser gemeinsames Lagerfeuer geblieben?
Die ehrliche Antwort: Es ist schwieriger geworden. Aber genau deshalb wichtiger.
Pott, Gartenzaun, und ein Loch im Garten
Ehrliche Ansagen, irgendwer ruft von hinten „Ey, wat machste da eigentlich?“ – kurz: Ruhrgebiet. Und genau hier fängt unsere Geschichte an.
Drehstart für „Onkel Ruben und das Loch im Garten“ – eine WDR-Produktion für die ARD. Nicht mit Hochglanz, sondern mit einem Loch im Garten. Und dem Verdacht, dass da drin mehr steckt, als irgendjemand zugeben will.
Mia, Ruben und das Chaos der Familie
Im Zentrum: Mia (Purnima Grätz), 14, mitten im Übergang – nicht mehr Kind, noch nicht ganz erwachsen. Und dann ist da Onkel Ruben (Johannes Kienast). Ein Mann mit Charme, Vergangenheit und einer gewissen Nähe zu Dingen, die man besser nicht zu genau hinterfragt.
Familie ist hier kein Idealbild. Sie ist widersprüchlich, laut, manchmal anstrengend – und genau darin liegt ihre Stärke. Denn am Ende geht es nicht darum, ob alles richtig läuft. Sondern darum, wer bleibt.
Ein Ensemble, das trägt
Lucas Gregorowicz, Minh-Khai Phan-Thi, Leonard Lansik, Josefine Preuß, Axel Stein, Sarah Baerett, Dimitri Abold und RYKO – bekannte Gesichter treffen auf neue. Was dabei entsteht, kann man nicht planen: Chemie. Genau die Mischung aus Wärme, Witz und leiser Schrägheit, die diese Geschichte braucht.
Ruhrgebiet: Keine Kulisse, sondern Haltung
Diese Geschichte gehört ins Ruhrgebiet. Weil hier der Ton stimmt: direkt, herzlich, ein bisschen rau – aber immer mit Humor genau da, wo es eigentlich weh tun könnte. Weil Familiengeschichten hier nicht geschniegelt sind, sondern ehrlich. Und weil man hier weiß: Es ist völlig okay, wenn nicht alles perfekt ist – solange man zusammenhält.
„Onkel Ruben und das Loch im Garten“ ist vieles gleichzeitig: Komödie, Gangstergeschichte, Coming of Age, Familienfilm. Genau diese Mischung, die sich nicht sauber sortieren lässt – genau wie das Leben selbst.
Warum es sich lohnt
Family Entertainment ist nicht verschwunden. Es ist nur anspruchsvoller geworden. Und vielleicht müssen wir uns immer wieder fragen, wie oft wir wirklich noch diesen gemeinsamen Raum schaffen – einen Raum, in dem nicht jeder alleine schaut, sondern alle zusammen lachen inzwischen immer häufiger in der Mediathek.
Ich freue mich auf alles, was jetzt kommt – auf einen großartigen Drehstart mit Sally Forth Cinema und diesem tollen Cast. danke an das tolle Team, stellvertretend Marvin Litvak (Regie und Buch), Jens Opatz (Consulting) und Pia Witte (WDR).
Geschichten, bei denen man zusammen schaut. Nicht jeder für sich. Das Lagerfeuer brennt.




