<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Innovation-Archiv - Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</title>
	<atom:link href="https://matthiaskoernich.de/category/themen/innovation/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://matthiaskoernich.de/category/themen/innovation/</link>
	<description>Gedanken zu Medien, Gedanken zu Medien, Führung und Storytelling. Leiter Kinder &#38; Familie, WDR.</description>
	<lastBuildDate>Wed, 19 Aug 2026 20:05:22 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1</generator>

<image>
	<url>https://matthiaskoernich.de/wp-content/uploads/2024/09/cropped-Bild-scaled-1-32x32.jpeg</url>
	<title>Innovation-Archiv - Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</title>
	<link>https://matthiaskoernich.de/category/themen/innovation/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
<site xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">51257651</site>	<item>
		<title>Warum? Die wichtigste Frage ist ungleich verteilt</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/08/19/599/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 19:56:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Zielgruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://matthiaskoernich.de/?p=599</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Debatte über Medienbildung überschätzt regelmäßig die Macht der Medien – und unterschätzt die Macht sozialer Ungleichheit. Ende Juli hat die Universität Tübingen gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN, Kiel) eine Studie vorgestellt, die im Journal of Educational Psychology erschienen ist. Untersucht wurde, wie sich die Vorstellungen von Jugendlichen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/08/19/599/">Warum? Die wichtigste Frage ist ungleich verteilt</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h1 class="wp-block-heading"></h1>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Debatte über Medienbildung überschätzt regelmäßig die Macht der Medien – und unterschätzt die Macht sozialer Ungleichheit.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende Juli hat die Universität Tübingen gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN, Kiel) eine Studie vorgestellt, die im <em>Journal of Educational Psychology</em> erschienen ist. Untersucht wurde, wie sich die Vorstellungen von Jugendlichen über generative KI im Laufe der Zeit entwickeln: Werden sie durch die alltägliche Nutzung realistischer? Befragt wurde dieselbe Gruppe zweimal, 2023 und 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur eine Minderheit hielt generative KI tatsächlich für allwissend – 2023 waren es rund 13 Prozent. Entscheidend ist, was mit dieser Minderheit geschieht: Wer diese Vorstellung einmal hat, korrigiert sie nur selten von selbst. Und wenn, dann sind es vor allem diejenigen, die in kognitiven Tests besonders gut abschneiden. Rund jeder dritte Jugendliche schrieb der KI zudem mehr Wissen zu als den eigenen Lehrkräften. Die Forschenden nennen als Konsequenz nicht bessere Tools, sondern Unterricht: „Fehlvorstellungen über generative KI“, so Ann-Kathrin Jaggy vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, „müssen im Unterricht gezielt sichtbar gemacht und aktiv bearbeitet werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig ist die Forschungsgrundlage: Befragt wurden rund 870 Schülerinnen und Schüler der sechsten bis achten Klasse – und zwar solche, die im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich als besonders begabt gelten. Der Befund stammt also nicht aus einem Querschnitt der Gesellschaft, sondern aus deren Spitzengruppe. Innerhalb dieser ohnehin privilegierten Gruppe zeigt sich bereits ein Unterschied. Was das für alle anderen bedeutet, ist offen – aber vermutlich nicht beruhigend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht neu – aber anders</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas verkürzt ließe sich ableiten: Wenn ich schlau bin, macht KI mich schlauer. Wenn nicht, eher das Gegenteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erkenntnis, die dahinter liegt, ist so alt wie die „Sendung mit der Maus“ und führt zurück in die 70er Jahre. 1970 veröffentlichten Philip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien den Aufsatz „Mass Media Flow and Differential Growth in Knowledge“. Ihre These: Wenn über Massenmedien mehr Informationen in ein soziales System fließen, profitieren Menschen mit höherer Bildung stärker als Menschen mit niedrigerer. Die Wissenskluft wächst, statt sich zu schließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die These wurde vielfach bestätigt. Menschen mit höherer Bildung nutzen Informationsangebote gezielter, können Neues leichter an Vorhandenes anschließen, verfügen über stabilere Netzwerke und tauschen sich mehr über Inhalte aus. Trotzdem hoffte man in den Neunzigern, das Internet werde Wissen demokratisieren. Aber die Unterschiede blieben. Von den neuen Möglichkeiten haben weiterhin diejenigen profitiert, die Informationen finden, bewerten und nutzen konnten. Und wir sehen gerade sehr genau, wie dramatisch sich das auf die Diskurse in Social Media auswirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb wurde die ursprüngliche Wissenskluft-These ausdifferenziert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Zugangskluft</strong> – Wer hat überhaupt Geräte und Netz?</li>



<li><strong>Nutzungskluft</strong> – Wer nutzt Medien aktiv und vielfältig?</li>



<li><strong>Kompetenzkluft</strong> – Wer kann Inhalte bewerten, Quellen prüfen, daraus Wissen erzeugen?</li>



<li><strong>Partizipationskluft</strong> – Wer kann mit Informationen gesellschaftlich, politisch, beruflich etwas anfangen?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tübinger Studie fügt dieser Reihe kein neues Kapitel hinzu. Sie schreibt das alte fort. Fernsehen, Internet, Social Media, KI – jedes Mal derselbe Mechanismus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was an KI trotzdem anders sein könnte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt allerdings eine Frage, die sich bei früheren Medien so nicht stellte. Könnte KI fehlende kulturelle und bildungsbezogene Ressourcen wenigstens teilweise ausgleichen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn anders als ein Buch, eine Sendung oder eine Suchmaschine ist ein Sprachmodell ansprechbar. Ich kann sagen: Erklär es einfacher. Frag mich ab. Gib mir ein Beispiel. Ist das wirklich belegt? Das sind genau jene Operationen, die bildungsnahe Elternhäuser beiläufig mitliefern und die anderswo fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betonung liegt auf <em>könnte</em>. Denn diese Fragen zu stellen, setzt bereits voraus, was sie erzeugen sollen: die Vermutung, dass eine Antwort auch falsch sein könnte. Wer eine Maschine für allwissend hält, fragt nicht nach. Der dialogische Vorteil fällt damit erneut denen zu, die ihn am wenigsten brauchen – es sei denn, jemand bringt das Nachfragen aktiv bei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für Kinderangebote heißt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb landet die Frage ganz klar auch bei unseren Angeboten. Kompetenz und Partizipation sind die entscheidenden Hebel. Selbst wenn zwei Kinder dieselbe Sendung sehen, entsteht nicht derselbe Bildungseffekt. Wenn die Wissenskluft real ist, genügt es nicht, Inhalte bereitzustellen. Man muss sie so bauen und so distribuieren, dass sie die weniger privilegierten Kinder tatsächlich erreichen – und aktivieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An anderer Stelle habe ich dafür plädiert, <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/06/27/neugier-statt-medienkompetenz/">Neugier statt Medienkompetenz</a> in den Mittelpunkt zu stellen. Was hier hinzukommt, ist die unbequemere Hälfte des Gedankens: Auch Neugier ist nicht gleich verteilt. Sie wird zu Hause gestiftet – oder eben nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genügt es künftig, „nur“ gute Inhalte anzubieten? Oder muss die Maus stärker zu etwas werden, das Kindern hilft, selbst Fragen zu stellen, Zusammenhänge herzustellen und die eigenen Fehlvorstellungen zu prüfen? In gewisser Weise also das, was sie auf der Angebotsseite längst leistet – nur dialogischer, interaktiver. Ansätze wie unsere Programmierlernangebote von Elefant und Maus, die Begleitangebote, die App gehen bereits in diese Richtung. KI ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Muster kennen wir</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens nach Erfurt 2002 lautete der Kurzschluss: Wer Ego-Shooter spielt, wird gewalttätig, womöglich zum Amokläufer. Die Rolle des sozialen Umfelds, der individuellen Lage, der gesellschaftlichen Stimmung wurde dabei gern übersehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vermeintliche Demokratisierung des Bildes durch die Fotografie, der Musik durch das Sampling, des Wissens durch das Internet: Keine davon hat das Problem der Qualität ihrer Nutzung gelöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In jeder Epoche vermuten wir die Ursache zuerst im neuen Medium. Später stellen wir fest, dass das Medium meist nur die Bühne war, auf der sich längst bestehende Unterschiede zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Medienbildung ist deshalb ein wichtiger Baustein – aber sie ist eine Angebotsantwort auf ein Strukturproblem. Kompetenz ist ungleich verteilt, und neue Technologien machen das jedes Mal aufs Neue sichtbar. Schaut man genauer hin, wird noch etwas anderes sichtbar: Soziale Ungleichheit führt zu Bildungsungleichheit. Das Milieu entscheidet mit darüber, wie souverän ich mit neuer Technologie umgehe. Und wo die sozialen Voraussetzungen fehlen, verstärkt sich die Ungleichheit weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Problem löst Medienbildung nicht allein. Es geht um finanzielle Ressourcen, um Schule, um Spracherwerb, um Integrationsfragen, die längst nicht mehr nur Migrantinnen und Migranten betreffen. Also um genau die Bereiche, die derzeit unter Sparzwang stehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der „Sendung mit der Maus“ und unseren übrigen Angeboten versuchen wir, deutlich über Fakten hinauszugehen: Wie stelle ich eine Frage? Wie gehe ich einem Phänomen nach? Wie überprüfe ich eine Erklärung? Wie halte ich Unsicherheit aus? Wir wollen Neugier auf ein Thema erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zweifel ist das eigentlich Vermittelnswerte – und die Neugier der einzige Weg dorthin. Damit wären wir wieder bei der Urkinderfrage: Warum?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist, im besten Fall, Erkenntnisbildung.</p>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F19%2F599%2F&amp;linkname=Warum%3F%20Die%20wichtigste%20Frage%20ist%20ungleich%20verteilt" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F19%2F599%2F&amp;linkname=Warum%3F%20Die%20wichtigste%20Frage%20ist%20ungleich%20verteilt" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F19%2F599%2F&amp;linkname=Warum%3F%20Die%20wichtigste%20Frage%20ist%20ungleich%20verteilt" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F19%2F599%2F&amp;linkname=Warum%3F%20Die%20wichtigste%20Frage%20ist%20ungleich%20verteilt" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F19%2F599%2F&amp;linkname=Warum%3F%20Die%20wichtigste%20Frage%20ist%20ungleich%20verteilt" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F19%2F599%2F&amp;linkname=Warum%3F%20Die%20wichtigste%20Frage%20ist%20ungleich%20verteilt" title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F19%2F599%2F&amp;linkname=Warum%3F%20Die%20wichtigste%20Frage%20ist%20ungleich%20verteilt" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F19%2F599%2F&amp;linkname=Warum%3F%20Die%20wichtigste%20Frage%20ist%20ungleich%20verteilt" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F19%2F599%2F&#038;title=Warum%3F%20Die%20wichtigste%20Frage%20ist%20ungleich%20verteilt" data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2026/08/19/599/" data-a2a-title="Warum? Die wichtigste Frage ist ungleich verteilt"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/08/19/599/">Warum? Die wichtigste Frage ist ungleich verteilt</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">599</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Baum und Tisch &#8211; Was KI nicht herausfinden kann</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/08/10/baum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2026 19:41:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Bush]]></category>
		<category><![CDATA[DieMaus]]></category>
		<category><![CDATA[Fakten]]></category>
		<category><![CDATA[K.I.]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Recherche]]></category>
		<category><![CDATA[Sendung mit der Maus]]></category>
		<category><![CDATA[Warhol]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://matthiaskoernich.de/?p=594</guid>

					<description><![CDATA[<p>Baum und Tisch Wenn wir für die Maus eine Sachgeschichte über einen Tisch erzählen, handelt sie nicht vom Tisch. Sie erzählt den Weg vom Baum zum Tisch. Kinder fragen selten, was etwas ist. Sie fragen, wie es gemacht wird und wie es funktioniert. Neugierig macht der Prozess, nicht das Ergebnis. Und mit ihm wird eine [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/08/10/baum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann/">Baum und Tisch &#8211; Was KI nicht herausfinden kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Baum und Tisch</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir für die Maus eine Sachgeschichte über einen Tisch erzählen, handelt sie nicht vom Tisch. Sie erzählt den Weg vom Baum zum Tisch. Kinder fragen selten, was etwas ist. Sie fragen, wie es gemacht wird und wie es funktioniert. Neugierig macht der Prozess, nicht das Ergebnis. Und mit ihm wird eine Methode mitvermittelt: nachsehen, ausprobieren, prüfen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Frage</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mit KI entstehen heute Bilder, Musikstücke und Filme auf Knopfdruck. Die öffentliche Debatte dreht sich dabei um bestimmte Fragen. Es geht um Verlust: Verlust der Autorschaft, der Kontrolle, der Wertschöpfung. Wenn die Produktion von Werken derart beschleunigt wird und an einem gewissen Punkt auch unkontrollierbar stattfindet, ist meine Frage eine andere:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was genau lesen wir mit, wenn wir ein Werk sehen? Und was geschieht damit, wenn der Aufwand, etwas herzustellen, gegen null geht?</p>



<h3 class="wp-block-heading">Nicht Mühe, sondern Entscheidung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Aspekt wird häufig übersehen. Wir setzen das fertige Werk absolut. Wir betrachten Kunstwerke als fertige Objekte. Tatsächlich lesen wir dabei immer auch den Weg mit. Wenn wir einen Film sehen, ein Gemälde betrachten oder ein Musikstück hören, erleben wir unbewusst: Entscheidungen, Irrtümer, Widerstände, Zuspitzungen. Nicht der Aufwand wird mitgelesen, sondern das Urteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir lieben Making-ofs, Werkstätten, Ateliers und Probenräume. Aktuell sieht man das bei Christopher Nolans „The Odyssey&#8220;. Die Entstehungsgeschichte hat mich weitaus mehr interessiert als der Film selbst, der mich eher gelangweilt hat. Das analoge Abtasten eines 70-mm-Filmstreifens, die Exegesen des Originaltextes in den sozialen Netzwerken, selbst die ironischen Kommentierungen: In all dem wurden Entscheidungen sichtbar. Im Film selbst waren sie es nicht mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir interessieren uns offenbar sehr für das Werden, nicht nur für das Sein. Der Prozess ist im Werk gespeichert. Kunst ist geronnene Zeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was Technik wirklich verändert</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Dass Technik etablierte Kunstformen vorübergehend in Frage stellt, gab es immer wieder. Ein Beispiel ist die Fotografie. Nach ihrer Veröffentlichung 1839 verbreitete sie sich binnen Monaten über die Welt und verdrängte in der Porträtdarstellung sehr schnell die gemalte Miniatur. Innerhalb weniger Jahre schien die Porträtmalerei überflüssig geworden zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verschwunden ist sie nicht. Sie musste die Frage neu beantworten, was nur sie kann. Was sich änderte, war ihre Funktion. Die Kamera übernahm die Dokumentation. Die Malerei suchte nach Interpretation, Perspektive und Ausdruck — nach dem, was mit der Kamera nicht umzusetzen war. Der technische Fortschritt vernichtete die Kunstform nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umgekehrt muss sich neue Technik in ihrer Besonderheit beweisen, um künstlerisch relevant zu werden. Der Boom des Synthesizers und des Samplings fiel in die achtziger Jahre. Viele Produktionen klangen neu, spektakulär, anders als alles Gewohnte. Mit Abstand wirken sie wie präzise Zeitkapseln. Nicht unbedingt, weil sie schlecht waren, sondern weil sie nach Technologie klingen. Der Mensch verschwand in der Faszination für das Neue. Die Sounds der unterschiedlichsten Künstlerinnen und Künstler ähnelten sich. Man hört den DX7. Man hört den Fairlight. Man hört die Presets. Die Neuheit war die Botschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Kate Bush ist es anders. Sie nutzte dieselben Werkzeuge, teilweise früher und radikaler als andere. Trotzdem wirkt vieles bis heute zeitlos und unverwechselbar. Der Grund: Ihre Musik handelt nicht vom Fairlight. Der Fairlight diente ihr. Ihre Geschichten handeln von Sehnsucht, Angst, Erinnerung, Liebe und Fantasie. Die Vision stand vor der Technik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andy Warhol und die Pop Art nutzten kommerzielle Reproduktionsverfahren und Motive aus Werbung und Boulevardpresse — und setzten sie gegen ihre Bestimmung ein. Der Siebdruck, ein Verfahren der Warenwerbung, trug die Porträts von Marilyn Monroe und Elvis Presley. Bei den Suppendosen war es das Motiv. Warhol beschäftigte sich mit Oberflächen, aber nicht oberflächlich. Es ging um Reproduzierbarkeit, Konsum, Massenkultur. Die Oberfläche war nicht das Ende der Bedeutung. Sie war ihr Träger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Technik wird als Technik unsichtbar. Die Haltung bleibt. Sie legt sich wie ein Filter über das Werkzeug.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Einwand</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt einen Einwand, den ich teile. Auch menschliches Schaffen greift auf Vorbilder und Traditionen zurück. Nichts in der Kunst entsteht ohne kulturellen Kontext. Wer das ernst nimmt, sieht darin keinen Verlust, sondern die Möglichkeit, die Illusion künstlerischer Autonomie zu durchschauen — der Unterschied zur Maschine wäre dann gradueller Natur, nicht prinzipieller. Mit der Behauptung von Originalität ist dagegen nichts auszurichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Man braucht sie auch nicht. Denn das entscheidende Kriterium ist nicht der Ursprung, sondern die Zurechenbarkeit. Es geht nicht darum, ob eine Auswahl unabhängig entstanden ist. Es geht darum, dass jemand für sie geradesteht — mit einer Biografie, mit einem nächsten Werk, mit etwas zu verlieren. Haltung ist überprüfbar, weil sie sich über mehrere Arbeiten hinweg zeigt oder eben nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und sie zeigt sich im Verwerfen. Die geronnene Zeit, die im Werk spürbar wird, ist nicht die aufgewendete. Es ist die Zeit, die jemand gebraucht hat, um zu wissen, was er nicht will.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Blumenuhr</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zurück zur Maus. Die Geschichten der Maus erzählen vom Werden. Sie sind dokumentarisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Armin Maiwald wollte wissen, ob Linnés Blumenuhr funktioniert. Sie stellt in Tabellen dar, zu welcher Tageszeit welche Blumen ihre Blüten öffnen und schließen. In einer gefilmten Recherche baut er die Uhr mit echten Pflanzen nach. Sie funktioniert nicht. Ein zweiter Versuch, ein dritter Versuch, drei Sommer — kein einziges Mal gelingt es. Linné entwickelte das Modell an der Universität Uppsala. Maiwald schrieb den Fachbereich dort an. Die Antwort: Man habe es selbst versucht, es sei auch dort gescheitert, und man wisse nicht, woran es liegt. Das Scheitern wurde gesendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Modell hätte die Blumenuhr funktionieren lassen. Die Tabelle steht in jeder Quelle, sauber und plausibel. Wäre der Film mit KI entstanden, wäre das Erwartbare herausgekommen — und damit das Falsche. Dass es nicht funktioniert, war nicht auffindbar. Es war nur beobachtbar.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schluss</h3>



<p class="wp-block-paragraph">KI kann darstellen, was jemand herausgefunden hat. Sie kann das Herausfinden nicht ersetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der gefährliche Moment ist der, in dem generiertes Material eine Recherche ersetzt, statt sie zu zeigen.</p>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F10%2Fbaum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann%2F&amp;linkname=Baum%20und%20Tisch%20%E2%80%93%20Was%20KI%20nicht%20herausfinden%20kann" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F10%2Fbaum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann%2F&amp;linkname=Baum%20und%20Tisch%20%E2%80%93%20Was%20KI%20nicht%20herausfinden%20kann" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F10%2Fbaum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann%2F&amp;linkname=Baum%20und%20Tisch%20%E2%80%93%20Was%20KI%20nicht%20herausfinden%20kann" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F10%2Fbaum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann%2F&amp;linkname=Baum%20und%20Tisch%20%E2%80%93%20Was%20KI%20nicht%20herausfinden%20kann" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F10%2Fbaum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann%2F&amp;linkname=Baum%20und%20Tisch%20%E2%80%93%20Was%20KI%20nicht%20herausfinden%20kann" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F10%2Fbaum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann%2F&amp;linkname=Baum%20und%20Tisch%20%E2%80%93%20Was%20KI%20nicht%20herausfinden%20kann" title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F10%2Fbaum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann%2F&amp;linkname=Baum%20und%20Tisch%20%E2%80%93%20Was%20KI%20nicht%20herausfinden%20kann" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F10%2Fbaum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann%2F&amp;linkname=Baum%20und%20Tisch%20%E2%80%93%20Was%20KI%20nicht%20herausfinden%20kann" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F08%2F10%2Fbaum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann%2F&#038;title=Baum%20und%20Tisch%20%E2%80%93%20Was%20KI%20nicht%20herausfinden%20kann" data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2026/08/10/baum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann/" data-a2a-title="Baum und Tisch – Was KI nicht herausfinden kann"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/08/10/baum-und-tisch-was-ki-nicht-herausfinden-kann/">Baum und Tisch &#8211; Was KI nicht herausfinden kann</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">594</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Haltung in Zeiten der KI — Warum wir Reibung brauchen</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/05/23/haltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2026 15:22:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[A.I.]]></category>
		<category><![CDATA[Artificial Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[K.I.]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[re:publica]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://matthiaskoernich.de/?p=564</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf der re:publica 2026 hielt die Künstlerin Hito Steyerl einen Vortrag der mit &#8222;Friction&#8220; überschrieben war. Im Zentrum des Vortrags stand die Idee, das die K.I.-Industrie Reibung (Friction) eliminiert. Alles ist glatt, effizient, schnell und unsichtbar. Sie verbindet es mit einem von Immanuel Kant entlehnten Bild: Eine Taube kann nur fliegen, weil es Luftwiderstand gibt. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/05/23/haltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen/">Haltung in Zeiten der KI — Warum wir Reibung brauchen</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Auf der re:publica 2026 hielt die Künstlerin Hito Steyerl einen Vortrag der mit &#8222;Friction&#8220; überschrieben war. Im Zentrum des Vortrags stand die Idee, das die K.I.-Industrie Reibung (Friction) eliminiert. Alles ist glatt, effizient, schnell und unsichtbar. Sie verbindet es mit einem von Immanuel Kant entlehnten Bild: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Taube kann nur fliegen, weil es Luftwiderstand gibt. Ohne Reibung stürzt sie ab.</strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Daraus entsteht ein relevantes Problem: Verantwortung, Transparenz und gesellschaftlicher Kontext verschwindet. Um kreativ zu sein oder Kunst zu schaffen muss ich aber Verantwortung übernehmen, ich kann sie nicht durch K.I. ersetzen. Das bedeutet, wenn ich technische Entscheidungen treffe, treffe ich auch ästhetische und politische Entscheidungen. Es geht um Haltung in Zeiten der KI.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Wer im Kreativbereich arbeitet, handelt fahrlässig, wenn er KI ignoriert. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht weil sie ein neues Werkzeug ist — sondern weil sie zwei Fragen aufwirft, die sich nicht delegieren lassen: Bereichert KI den kreativen Prozess, oder zerstört sie ihn? Und: Wie können wir durch kreatives Schaffen überhaupt eine Haltung zu ihr entwickeln und unsere Verantwortung nicht aus der Hand geben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese zweite Frage ist entscheidend. Denn sie ist keine ästhetische — sie ist eine existenzielle. Zumindest wenn man die Warnungen von Yoshua Bengio ernst nimmt. Bengio ist kein KI-Gegner. Er ist der meistzitierte Informatiker der Welt, Turing-Preisträger, einer der Väter des Deep Learning. Und er warnt: Wenn wir nichts tun, könnten hyperintelligente Maschinen eigene Erhaltungsziele entwickeln — und innerhalb eines Jahrzehnts eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit darstellen. Er fügt hinzu: Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit nur ein Prozent betrüge, wäre das nicht akzeptabel. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor drei Jahren, sagt Bengio, habe er sich verzweifelt gefühlt — ohne jede Ahnung, wie das Problem zu lösen sei. Inzwischen sieht er mit seiner Forschungsorganisation LawZero einen technischen Weg. Sein Optimismus ist gewachsen. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Aber die Warnung bleibt. Verantwortung durch Reibung.</h5>


<div class="yoast-breadcrumbs"><span><span><a href="https://matthiaskoernich.de/">Start</a></span> » <span><a href="https://matthiaskoernich.de/category/themen/">Themen</a></span> » <span class="breadcrumb_last" aria-current="page">Innovation</span></span></div>


<div class="schema-faq wp-block-yoast-faq-block"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist keine Dystopie. Es ist eine Bedingung — und eine Aufforderung. Wenn wir zwischen uns und der Technik keine kritische Distanz- nach Hito Steyerl könnte man es  &#8222;Friktion&#8220; nennen-  erzeugen, verschwindet Verantwortung und die Technik übernimmt mit unabsehbaren Folgen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bengio sucht eine Weg über die Verbesserung der Technik, aber man kann durchaus sehr viel früher ansetzen, indem man Haltung entwickelt.  Warum ist Haltung dabei so wichtig? Weil sie Handeln orientiert. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Haltung ist nicht dasselbe wie Meinung. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Meinung kann man haben, ohne zu handeln. Haltung zeigt sich erst in der Entscheidung — was man der K.I. überlässt, und wo man eine Grenze zieht. Nicht aus Angst, sondern aus Urteil. Dieses Urteilsvermögen ist kein natürlicher Zustand. Es entsteht durch ein Bildungsideal, das nicht auf Wissensanhäufung beruht, sondern auf Skepsis, Neugier und der Bereitschaft, unbequeme Fragen zu stellen. Immer wieder. Dieselben und neue.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Armin Maiwald, einer der Gründerväter der Sendung mit der Maus, hat das einmal so formuliert: <em>Wir sind nicht die Schule der Nation.</em> Ein anderer Wirklichkeitszugang. Kein Lehrplan. Keine richtige Antwort am Ende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sesamstraße sagt es direkter: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Wer nicht fragt, bleibt dumm</strong>.</em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Beides klingt simpel. Beides ist radikal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schule, wie wir sie kennen, war eine Antwort auf ihre Zeit. Die industrielle Revolution brauchte ausgebildete Arbeitskräfte für unterschiedliche Aufgaben in der Produktionskette — pünktlich, spezialisiert, funktional. Die Schule hat diese Anforderung erfüllt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seither hat sich vieles verändert. Ganztagsschule, Inklusion, digitale Ausstattung, neue pädagogische Konzepte. Aber die DNA des Systems — der 45-Minuten-Takt, die Fächertrennung, die Notenlogik, der Gleichschritt ist geblieben. Sie wirkt im Hintergrund weiter, auch wenn die Oberfläche modernisiert wurde. Diese Architektur war zugespitzt formuliert nie darauf ausgelegt, Urteilsvermögen zu erzeugen. Sie war darauf ausgelegt, es zu ersetzen — durch richtige Antworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Lehrerinnen und Lehrer, Schulen, pädagogische Konzepte, die genau dagegen arbeiten. Auf sie kommt es an. Aber sie sind die Ausnahme — und das System schützt sie nicht, es duldet sie bestenfalls. Wer nicht hineinpasst, merkt es schnell. Unbequeme Schülerinnen und Schüler, die zu viel fragen. Lehrerinnen und Lehrer, die zu viel zulassen. Und vor allem: Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Die werden nicht unterrichtet — sie werden vermieden. Dabei sind es genau diese Fragen, die Haltung erzeugen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Große Umbrüche erzeugen fast immer denselben Reflex: den Rückzug ins Bekannte. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das Neue verunsichert — und die Antwort darauf ist häufig nicht Aufbruch, sondern Sehnsucht nach Überschaubarkeit. Der PISA-Schock 2001 hätte ein Wendepunkt sein können. Die Erkenntnis war da: Deutschlands Schülerinnen und Schüler können Wissen nicht anwenden, nicht urteilen, nicht transferieren. Die Reaktion darauf war bezeichnend — mehr Tests, mehr Standards, mehr Vergleichbarkeit. Und in einer Bildungsdebatte, die schon vor PISA schwelte und danach neuen Auftrieb bekam: die Forderung nach einem nationalen Bildungskanon. Was muss man gelesen haben? Was muss man wissen? Mehr Stoff also. Mehr richtige Antworten. Derselbe alte Reflex — und das in dem Moment, der eigentlich einen anderen Weg geöffnet hätte.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Dieses Muster ist nicht neu. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Als Gutenberg den Buchdruck erfand, begrüßte die Kirche die neue Technologie zunächst — sie ließ Bibeln drucken und Ablassbriefe vervielfältigen. Die Zensur kam erst, als Martin Luther den Buchdruck nutzte, um ihre Autorität zu untergraben. Nicht die Technologie wurde bekämpft — sondern das, was Menschen damit machten. Das ist eine wichtige Unterscheidung. Auch bei K.I..</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Industrialisierung die Webstühle ersetzte, zerstörten die Maschinenstürmer — die Ludditen — die Maschinen. Nicht wahllos und nicht aus Dummheit, wie das Klischee es will. Der Historiker E.P. Thompson hat gezeigt: Sie bekämpften nicht die Technik, sondern die neuen Wirtschaftsbeziehungen, die mit ihr durchgesetzt wurden — den Verlust von Festpreisen, Würde, gewachsenen Ordnungen. Ihre Aktionen waren gezielt: Maschinen bestimmter Eigentümer wurden zerstört, andere verschont. Der Rückzug ins Bekannte war eine rationale Reaktion auf reale Verluste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das WWW in den 1990er Jahren auftauchte, schrieb der Autor und Wissenschaftler Clifford Stoll 1995 in Newsweek einen vielzitierten Essay — Titel: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>The Internet? Bah!</em> </strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Online-Datenbanken würden keine Zeitungen ersetzen, kein Computernetzwerk werde die Art verändern, wie Regierungen funktionieren. Er lag falsch. Aber seine Skepsis war menschlich verständlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was alle drei Momente verbindet: Der Rückzug ins Bekannte als erste Reaktion auf das Unbekannte. Und versetzt — die Weiterentwicklung. Die Frage ist nicht ob — sondern wann.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Und diesmal ist etwas anders.</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Generation (X) hätte vorbereitet sein können. Wir haben erlebt, wie drei Fernsehprogramme zur globalen Medienlandschaft wurden. Wie das WWW in wenigen Jahren alles veränderte, was wir über Information, Öffentlichkeit und Kommunikation zu wissen glaubten. Wie soziale Netzwerke Demokratien destabilisierten, bevor irgendjemand die Konsequenzen durchdacht hatte.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Wir haben die Muster gesehen. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hätten im Urteilsvermögen geschult sein sollen — durch Erfahrung, wenn schon nicht durch Bildung. Und dennoch erleben wir denselben Rückzug. Dieselben Reflexe. Als hätten wir nichts gelernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">K.I. ist ein solcher radikaler Umbruch. Vielleicht der größte seit der Industrialisierung. Und diesmal sollten wir gelernt haben, was seit Moore&#8217;s Law 1965 zur empirischen Konstante geworden ist: </p>



<h5 class="wp-block-heading">Entwicklung beschleunigt sich exponentiell. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Was früher Jahrzehnte brauchte, passiert heute in Jahren. Was heute Jahre braucht, wird morgen Monate brauchen. Das verändert alles. Der Rückzug ins Bekannte kommt — das ist sicher. Aber ob die Weiterentwicklung noch rechtzeitig kommt, ist diesmal offen. Bengio hat einen technischen Lösungsweg gefunden, sein Optimismus ist gewachsen. Aber er bleibt dabei: Selbst ein Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Katastrophe dieses Ausmaßes ist nicht akzeptabel. Das ist keine Hysterie. Das ist Kalkül.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Und die Zeit wird knapp.</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sind alle gefordert. Gesellschaft, Politik, Konzerne — niemand kann sich aus diesem Dilemma heraushalten. Die Antwort auf Bengios Warnung ist kein individuelles Problem. Sie ist eine kollektive Aufgabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber sie beginnt beim Einzelnen. Ich habe keine abschließende Antwort. Aber ich habe eine Haltung. Ich schätze die Vorteile der K.I. — werde mir das Leben und die Kreativität aber nicht aus der Hand nehmen lassen. Wie die Fotografie den Maler nicht ersetzt, sondern befreit hat — von der Pflicht zur Abbildung zur Freiheit der Interpretation — kann KI den kreativen Prozess erweitern. Aber nur, wenn man die Verantwortung für Urteil und Ergebnis behält. Das ist keine Verweigerung. Das ist der Anfang. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich verfolge das in unseren Medienangeboten täglich: die Förderung von Urteilsvermögen, von Neugier, von ehrlicher Komplexität. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Armin Maiwald hatte recht: <em>Wir sind nicht die Schule der Nation.</em> Wir sind etwas anderes. Ein anderer Wirklichkeitszugang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das, in Zeiten wie diesen, das Wichtigste, was wir sein können. <a href="https://youtu.be/PiXA0ul9ACs?si=DNPE7iiypOUKBPAt">Hito Steyerl auf der re:publica26</a></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe title="re:publica 26: Friction" width="1290" height="726" src="https://www.youtube.com/embed/PiXA0ul9ACs?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F05%2F23%2Fhaltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen%2F&amp;linkname=Haltung%20in%20Zeiten%20der%20KI%20%E2%80%94%20Warum%20wir%20Reibung%20brauchen" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F05%2F23%2Fhaltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen%2F&amp;linkname=Haltung%20in%20Zeiten%20der%20KI%20%E2%80%94%20Warum%20wir%20Reibung%20brauchen" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F05%2F23%2Fhaltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen%2F&amp;linkname=Haltung%20in%20Zeiten%20der%20KI%20%E2%80%94%20Warum%20wir%20Reibung%20brauchen" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F05%2F23%2Fhaltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen%2F&amp;linkname=Haltung%20in%20Zeiten%20der%20KI%20%E2%80%94%20Warum%20wir%20Reibung%20brauchen" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F05%2F23%2Fhaltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen%2F&amp;linkname=Haltung%20in%20Zeiten%20der%20KI%20%E2%80%94%20Warum%20wir%20Reibung%20brauchen" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F05%2F23%2Fhaltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen%2F&amp;linkname=Haltung%20in%20Zeiten%20der%20KI%20%E2%80%94%20Warum%20wir%20Reibung%20brauchen" title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F05%2F23%2Fhaltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen%2F&amp;linkname=Haltung%20in%20Zeiten%20der%20KI%20%E2%80%94%20Warum%20wir%20Reibung%20brauchen" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F05%2F23%2Fhaltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen%2F&amp;linkname=Haltung%20in%20Zeiten%20der%20KI%20%E2%80%94%20Warum%20wir%20Reibung%20brauchen" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F05%2F23%2Fhaltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen%2F&#038;title=Haltung%20in%20Zeiten%20der%20KI%20%E2%80%94%20Warum%20wir%20Reibung%20brauchen" data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2026/05/23/haltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen/" data-a2a-title="Haltung in Zeiten der KI — Warum wir Reibung brauchen"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/05/23/haltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen/">Haltung in Zeiten der KI — Warum wir Reibung brauchen</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">564</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Form ohne Überzeugung</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/04/30/form-ohne-ueberzeugung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Apr 2026 16:13:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Design]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[apple]]></category>
		<category><![CDATA[design]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Jobs]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://matthiaskoernich.de/?p=557</guid>

					<description><![CDATA[<p>„Think different“ als Poster im Co-Working-Space. „One more thing“ als Rhetorikschablone für Produktpräsentationen. Steve Jobs als Beweis dafür, dass Visionäre keine Kompromisse machen und trotzdem – oder deswegen – erfolgreich werden. Diese Rezeption ist so verbreitet, dass man fast vergisst zu fragen: Was hat er eigentlich gemeint? Jobs wird als Ikone des Andersseins zitiert. Was [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/04/30/form-ohne-ueberzeugung/">Form ohne Überzeugung</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">„Think different“ als Poster im Co-Working-Space. „One more thing“ als Rhetorikschablone für Produktpräsentationen. Steve Jobs als Beweis dafür, dass Visionäre keine Kompromisse machen und trotzdem – oder deswegen – erfolgreich werden. Diese Rezeption ist so verbreitet, dass man fast vergisst zu fragen: Was hat er eigentlich gemeint?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jobs wird als Ikone des Andersseins zitiert. Was er selbst verabscheute, war genau das: Oberfläche ohne Kern, Form ohne Überzeugung, Geste ohne Substanz. Das Interessante ist nicht seine Popularität – sondern was dabei meist ungesagt bleibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was er wirklich meinte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Zeitlose an Jobs hat wenig mit Disruption zu tun. Es hat mit Weglassen zu tun. Mit der Überzeugung, dass Weglassen schwerer ist als Hinzufügen – und ehrlicher. Und mit einer fast puritanischen Idee: Die Rückseite des Geräts muss genauso sorgfältig gestaltet sein wie die Vorderseite. Auch wenn sie niemand sieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist keine Designphilosophie. Das ist eine Ethik. Die Aussage lautet: Was du nicht zeigst, prägt trotzdem, was du bist. Haltung ist nicht Außenwirkung. Sie ist Struktur. Anders sein ist kein Selbstzweck.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Drei Wege zur selben Überzeugung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wie viele begleitet Jobs mich schon sehr lange – zusammen mit Otl Aicher und der Pop Art. Was sie verbindet, ist nicht Stil. Es ist eine gemeinsame Grundsüberzeugung über das Verhältnis von Form und Wahrheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aicher, Gestalter und Mitbegründer der Ulmer Hochschule für Gestaltung, formuliert es als erkenntnistheoretische These: Form ist keine Dekoration. Sie ist Aussage. Wer etwas gestaltet, trifft eine Entscheidung darüber, was er für wahr hält. Schlechte Gestaltung lügt – nicht absichtlich, aber strukturell. Sie behauptet etwas, das nicht stimmt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Pop Art – Warhol, Lichtenstein, Hamilton – dreht denselben Gedanken um. Sie nimmt das Banale ernst und das Bedeutsame ironisch. Nicht als Provokation, sondern als Präzision. Der Campbell’s-Suppendose wird dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt wie einem Historienbild. Die Frage dahinter: Was entscheiden wir eigentlich, wenn wir entscheiden, was Aufmerksamkeit verdient? Und wer entscheidet das – und warum?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Drei verschiedene Wege. Aicher sagt: Form ist Aussage, also lüg nicht mit ihr. Jobs sagt: Oberfläche und Kern sind dasselbe, also versteck nichts. Warhol sagt: Alles ist Oberfläche – also nimm die Oberfläche ernst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt widersprüchlich. Es ist es nicht. Alle drei meinen dasselbe: Haltung zeigt sich im Gemachten, nicht in der Selbstbeschreibung. Man erkennt sie nicht an dem, was jemand über sich sagt. Man erkennt sie an dem, was jemand weglässt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum das nicht veraltet</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Trends veralten, weil sie Antworten auf Fragen sind, die sich ändern. Dieses Denken veraltet nicht, weil es keine Antworten liefert. Es stellt Fragen, die sich nicht ändern: Was lässt du weg? Was versteckst du? Was behauptest du mit der Form, die du wählst – bewusst oder unbewusst?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das sind keine ästhetischen Fragen. Es sind ethische. Und sie stellen sich überall, wo etwas gemacht wird: in der Produktentwicklung, in der Kommunikation, in der Narration, in der Führung. Auch in der Frage, wie man mit neuen Werkzeugen umgeht – welche man benutzt, welche man ablehnt, und warum.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Apple und KI</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Apple hat kein eigenes Frontier-Modell entwickelt – kein Large Language Model, das im Wettbewerb mit GPT-4 oder Gemini steht. Stattdessen setzt Apple auf eine Architektur aus eigenen On-Device-Modellen für einfachere Aufgaben und integriert ChatGPT von OpenAI für komplexere Anfragen – eingebettet in Siri, in die Schreibwerkzeuge, unsichtbar gemacht hinter der gewohnten Oberfläche. Die KI ist da, aber sie zeigt sich nicht als solche. Apple Intelligence heißt das System. Der Name ist Programm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">John Ternus, ab September 2026 CEO und Nachfolger von Tim Cook, hat seinen Hintergrund in der Hardware-Entwicklung. Ob er die KI-Strategie fortschreibt oder neu justiert, bleibt abzuwarten. Cook selbst hat Apple in dieser Frage bewusst zurückhaltend positioniert: nicht der Erste, aber der Kontrolliertere.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist das im Geist von Jobs? Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten, wie sie klingt. Jobs hat nie den First-Mover-Vorteil als Wert anerkannt. Er hat den MP3-Player nicht erfunden, das Smartphone nicht, den Tablet-Computer nicht. Er hat gewartet – bis er wusste, wie es richtig geht. Dann hat er alle anderen unsichtbar gemacht. In diesem Sinn: ja.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Jobs hat auch nie etwas in ein Produkt gelassen, das er nicht vollständig verstand. Die Rückseite des Geräts gehörte ihm – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Ob das bei zugekaufter KI-Infrastruktur noch gilt, ist eine offene Frage.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Hält Apple gerade an der Substanz fest – oder nur an der Pose der Kontrolle?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Matthias Körnich ist Head of Children &amp; Family beim WDR. Er beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Kreativität, Gestaltung und neuen Technologien.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F30%2Fform-ohne-ueberzeugung%2F&amp;linkname=Form%20ohne%20%C3%9Cberzeugung" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F30%2Fform-ohne-ueberzeugung%2F&amp;linkname=Form%20ohne%20%C3%9Cberzeugung" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F30%2Fform-ohne-ueberzeugung%2F&amp;linkname=Form%20ohne%20%C3%9Cberzeugung" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F30%2Fform-ohne-ueberzeugung%2F&amp;linkname=Form%20ohne%20%C3%9Cberzeugung" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F30%2Fform-ohne-ueberzeugung%2F&amp;linkname=Form%20ohne%20%C3%9Cberzeugung" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F30%2Fform-ohne-ueberzeugung%2F&amp;linkname=Form%20ohne%20%C3%9Cberzeugung" title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F30%2Fform-ohne-ueberzeugung%2F&amp;linkname=Form%20ohne%20%C3%9Cberzeugung" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F30%2Fform-ohne-ueberzeugung%2F&amp;linkname=Form%20ohne%20%C3%9Cberzeugung" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F30%2Fform-ohne-ueberzeugung%2F&#038;title=Form%20ohne%20%C3%9Cberzeugung" data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2026/04/30/form-ohne-ueberzeugung/" data-a2a-title="Form ohne Überzeugung"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/04/30/form-ohne-ueberzeugung/">Form ohne Überzeugung</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">557</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Preteens und Teens brauchen andere Geschichten – und warum „POV“ genau jetzt kommt</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/04/15/preteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 19:59:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Zielgruppen]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[POV]]></category>
		<category><![CDATA[POVDeine Geschichte zählt WDR ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[WDR]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://matthiaskoernich.de/?p=551</guid>

					<description><![CDATA[<p>Es gibt Generationen, die wachsen mit Fernsehen auf, und es gibt Generationen, die wachsen mit Feeds auf. Dazwischen leben jene, die derzeit Preteens und Teens genannt werden – eine Zielgruppe, die vermutlich keinen Namen will, schon gar keinen Etikettenschwindel. Was sie aber sehr wohl will: gesehen werden. Im Sinne von echter Sichtbarkeit: Wer hört uns [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/04/15/preteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt/">Preteens und Teens brauchen andere Geschichten – und warum „POV“ genau jetzt kommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph" id="ember204">Es gibt Generationen, die wachsen mit Fernsehen auf, und es gibt Generationen, die wachsen mit Feeds auf. Dazwischen leben jene, die derzeit Preteens und Teens genannt werden – eine Zielgruppe, die vermutlich keinen Namen will, schon gar keinen Etikettenschwindel. Was sie aber sehr wohl will: <strong>gesehen werden</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember205">Im Sinne von echter Sichtbarkeit: <em>Wer hört uns zu? Wer versteht, wie wir leben? Wer nimmt unsere Welt ernst – und zwar ohne sie zu belächeln?</em></p>



<figure class="wp-block-video"><video height="576" style="aspect-ratio: 1024 / 576;" width="1024" controls src="https://matthiaskoernich.de/wp-content/uploads/2026/04/POV-Formattrailer-E-UT.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption">Format für Teens vom WDR für die ARD</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember206">Zwischen Social-Media-Verbot und Dauerbeurteilung: Jugendliche suchen Räume, die ihnen gehören</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember207">Die mediale Realität junger Menschen ist paradox: Einerseits verbringen viele einen Großteil ihres Alltags online, andererseits sind digitale Räume zunehmend durch Regeln, Verbote oder Algorithmen geprägt, die sie nicht kontrollieren. Wer mit 12, 13 oder 14 Jahren versucht, sich eine stabile Identität zu bauen, findet sich häufig in Umgebungen wieder, die von permanenter Bewertung leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember208">Und genau da entsteht eine Lücke.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember209">Eine Lücke zwischen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>„Du bist zu jung für Social Media.“</strong></li>



<li><strong>„Aber bitte sei digital kompetent.“</strong></li>



<li><strong>„Informier dich!“</strong></li>



<li><strong>„Aber möglichst nicht dort, wo du dich ohnehin aufhältst.“</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember211">Es ist eine Generation, die viel aushält – und trotzdem selten gefragt wird, wie es ihr damit geht. Oder wie sie ihre Welt überhaupt wahrnimmt.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember212">Warum ein Format wie „POV“ jetzt wichtig ist</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember213">Mit „POV – Deine Geschichte zählt“ macht der #WDR für die #ARD ein <strong>journalistisches Angebote für Jugendliche, und zwar konsequent aus ihrer Perspektive heraus</strong>. <a href="https://www.ardmediathek.de/pov-deine-geschichte-zaehlt" data-type="link" data-id="https://www.ardmediathek.de/pov-deine-geschichte-zaehlt">ARD-Mediathek</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember214">Vier Hosts – Kiara Jade, Noel Dederichs, Helena Clear und Valentin Wilczek – erzählen gesellschaftspolitische Themen <strong>nicht über Jugendliche, sondern mit ihnen</strong>. Mit Selfie-Kamera, Handkamera, persönlichen Geschichten. Nicht, weil es hip wirkt, sondern weil dies die authentische Art ist, wie junge Menschen heute Realität dokumentieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember215">Und vor allem: weil diese Generation ein feines Gespür dafür hat, ob etwas „für Fans und Follower produziert“ wurde oder aus echter Neugier. </p>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember216">Leonie, Anna und die Frage: Was ist eine echte Freundschaft?</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember217">Die erste Folge zeigt, warum dieses Format mehr ist als ein Jugendprogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember218">Leonie (16) fühlt sich in der Schule häufig ausgeschlossen. Ihren festen Halt findet sie dort, wo viele junge Menschen heute ihre emotionale Basis suchen: <strong>in digitalen Communities</strong>, Fan-Gruppen, Musik-Subkulturen. In genau solchen Räumen wird Zugehörigkeit neu verhandelt – oft ehrlicher als in Klassenzimmern.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember219">Dort lernt sie Anna kennen. Gleich alt. Gleiche Musik. Gleiche Sehnsucht nach einem Ort, an dem man nicht bewertet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember220">Die beiden werden Freundinnen. Enge Freundinnen. Nur: Sie haben sich noch nie im echten Leben gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember221">Der Moment des ersten Treffens – begleitet von Host Valentin Wilczek – ist ein leises, starkes Statement über die Realität junger Menschen im Jahr 2026. Es geht nicht darum, ob Online-Freundschaften „wirklich echt“ sind. Es geht darum, wer definiert, was echt ist.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und ob nicht gerade diese Generation dabei ist, uns ältere Semester genau das beizubringen.</strong></p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember223">Fazit: „Deine Geschichte zählt“ – ja, wirklich</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember224">Mit „POV“ reagiert das Team auf die Nutzerbedürfnisse der Zielgruppe:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>kürzere Erzählformen</strong></li>



<li><strong>stärkere Personalisierung</strong></li>



<li><strong>visuelle Sprache aus dem Alltag junger Menschen</strong></li>



<li><strong>Ausspielwege, die Jugendliche tatsächlich nutzen</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember226">Das Format ist damit nicht nur ein redaktioneller Schritt, sondern ein kultureller: Es anerkennt, dass die Lebenswirklichkeit junger Menschen nicht „fehlgeleitet“ ist, sondern anders strukturiert – und dass Journalismus sich anpassen muss, wenn er relevant bleiben will.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember227">„POV“ ist ein Angebot, das jungen Menschen nicht erklärt, wie die Welt funktioniert. Sondern ihnen Raum gibt, ihre eigene Welt und Weltsicht sichtbar zu machen. Ohne moralisches Schulterklopfen. Ohne pädagogischen Zeigefinger. Und ohne die Angst, „zu viel Nähe“ zuzulassen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Denn vielleicht ist genau das der Punkt: Diese Generation möchte nicht nur konsumieren. Sie möchte <strong>erzählen</strong>.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember229">Und genau hier setzt „POV“ an: <strong>zuhören, begleiten, ernst nehmen</strong> – und Geschichten sichtbar machen, die sonst niemand erzählen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember230">„POV – Deine Geschichte zählt“ ist eine Produktion von We Are Era und Kanakfilm im Auftrag der ARD unter Federführung des WDR. Redaktion: <a href="https://www.linkedin.com/in/diana-aust-737168205/">Diana Aust</a> (WDR), <a href="https://www.linkedin.com/in/ingrid-zimmer-48b524183/">Ingrid Zimmer</a> (WDR). Produktion: <a href="https://www.linkedin.com/company/kanakfilm/?lipi=urn%3Ali%3Apage%3Ad_flagship3_pulse_read%3BQckVM8QCROij835jAX3gDA%3D%3D">Kanakfilm Berlin GmbH</a>, We Are Era, <a href="https://www.linkedin.com/in/yelda-tuerkmen/">Yelda Türkmen</a>, <a href="https://www.linkedin.com/in/markus-heidmeier/">Markus Heidmeier</a> . Danke an das gesamte tolle Team!</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="576" style="aspect-ratio: 1024 / 576;" width="1024" controls src="https://matthiaskoernich.de/wp-content/uploads/2026/04/POV-Ich-habe-nur-Online-Freundschaften-Ist-das-ok-Trailer-E-UT.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption">POV &#8211; Deine Geschichte zählt. Format vom WDR für die ARD</figcaption></figure>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&#038;title=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2026/04/15/preteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt/" data-a2a-title="Preteens und Teens brauchen andere Geschichten – und warum „POV“ genau jetzt kommt"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/04/15/preteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt/">Preteens und Teens brauchen andere Geschichten – und warum „POV“ genau jetzt kommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		<enclosure url="https://matthiaskoernich.de/wp-content/uploads/2026/04/POV-Formattrailer-E-UT.mp4" length="19184462" type="video/mp4" />
<enclosure url="https://matthiaskoernich.de/wp-content/uploads/2026/04/POV-Ich-habe-nur-Online-Freundschaften-Ist-das-ok-Trailer-E-UT.mp4" length="14729151" type="video/mp4" />

		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">551</post-id>	</item>
		<item>
		<title>KI ersetzt keine Kreativität. Aber Zögern hat Konsequenzen.</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/04/12/ki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 13:49:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Tech-Konzerne]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://matthiaskoernich.de/?p=547</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das Seltsamste an der aktuellen KI-Debatte ist nicht, was sie behauptet. Es ist, was sie nicht fragt. Wer heute in Kulturinstitutionen, Redaktionen oder kreativen Unternehmen über Künstliche Intelligenz spricht, erlebt meistens dasselbe: nickendes Unbehagen, sorgfältig formulierte Distanz und eigentlich hat man das Ganze noch nicht wirklich angefasst hat. Verständlich &#8211; aber problematisch. Skepsis ist erstmal [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/04/12/ki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen/">KI ersetzt keine Kreativität. Aber Zögern hat Konsequenzen.</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Das Seltsamste an der aktuellen KI-Debatte ist nicht, was sie behauptet. Es ist, was sie nicht fragt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer heute in Kulturinstitutionen, Redaktionen oder kreativen Unternehmen über Künstliche Intelligenz spricht, erlebt meistens dasselbe: nickendes Unbehagen, sorgfältig formulierte Distanz und eigentlich hat man das Ganze noch nicht wirklich angefasst hat. Verständlich &#8211; aber problematisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Skepsis ist erstmal okay. Die Vorbehalte gegenüber KI sind ganz klar berechtigt – als Fragen nach Urheberschaft, nach Datenmacht, nach der Verflachung von Ausdruck durch statistische Wahrscheinlichkeit. Aber Skepsis, die sich zur Haltung verfestigt, verwandelt sich in etwas anderes: in Stillstand. Und Stillstand hat immer Nutznießer.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wir haben das Muster schon oft erlebt.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Der Buchdruck würde das Gedächtnis zerstören. Das Kino würde die Sittlichkeit untergraben. Das Fernsehen würde den Verstand vernebeln. Das Internet würde die Aufmerksamkeitsspanne auf Null reduzieren. Jede dieser Diagnosen stimmte teilweise. Aber keine davon beschrieb einen Endzustand. Und niemand würde bestreiten, das jedes dieser Medien die kreativen Prozesse erweitert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber was diese Debatten verbindet: Sie beschreiben immer die Übergangsphase als wäre sie das Ziel. Als wäre die Druckerpresse das, was man mit ihr zuerst gedruckt hat. Das Neue erscheint zuerst in seiner rohsten Form, und diese rohe Form wird dann zum Beweisstück gegen das Neue insgesamt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit KI ist es nicht anders. Was wir heute erleben – generierte Textwüsten, inflationierte Bilder, synthetische Stimmen ohne Haltung – ist nicht das Ende der Geschichte. Es ist ihr Anfang. Und er ist, wie alle Anfänge, unfertig und laut.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Wer profitiert vom Zögern?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die öffentliche Debatte über KI – so notwendig sie ist – hat eine Schattenseite, die selten benannt wird: Sie kauft Zeit. Nicht für die, die debattieren. Sondern für die, die längst handeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die großen Technologiekonzerne brauchen den Regulierungsdiskurs nicht zu gewinnen. Sie müssen ihn nur überleben. Während Kulturinstitutionen auf Klärung warten, während Kreative die Grenze zwischen Werkzeug und Bedrohung noch verhandeln, während Kommissionen tagen und Positionspapiere entstehen – skalieren andere. Sie schaffen Fakten: in Infrastruktur, in Trainingsdaten, in Marktanteilen, in Abhängigkeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer die Infrastruktur kontrolliert, während andere debattieren, gewinnt – unabhängig davon, wie die Debatte ausgeht. Das war bei den frühen Printmedien so. Bei den Rundfunklizenzmodellen. Beim Plattformkapitalismus des Internets. Und es ist bei KI nicht anders.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Begründeter Skeptizismus und strategisch instrumentalisierter Skeptizismus sehen von außen identisch aus. Das macht letzteren so wirksam.</em></strong></p>
</blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Die falsch gestellte Frage</h2>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Ersetzt KI menschliche Kreativität?&#8220; ist eine schlechte Frage. Sie klingt präzise, ist aber eine Kategorienverwechslung. KI ersetzt keine Kreativität, so wie das Klavier keine Komposition ersetzt – und so wie die Schreibmaschine keine Literatur ersetzt hat, obwohl sie das Schreiben grundlegend verändert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Welt existiert für uns nicht als gegebene Tatsache, die man richtig oder falsch beurteilen kann. Sie wird durch Gestaltung erst erkennbar. Wer nicht entwirft, weiß nicht. Das hat Otl Aicher, der Gestalter wegweisender Designs, die Welt als Entwurf genannt — und er meinte damit keine Designtheorie, sondern eine Erkenntnistheorie.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wer nur beobachtet und urteilt, ohne zu gestalten, bleibt außen – und sein Urteil bleibt notwendig ungenau, nicht weil die Argumente falsch wären, sondern weil das Wissen fehlt, das nur der Eingriff erzeugt.</strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die interessantere Frage lautet deshalb: Was passiert mit dem kreativen Prozess, wenn ein Werkzeug die Reibung verändert? Denn nicht jede Reibung ist störend. Manche ist konstitutiv. Sie erzwingt Entscheidungen, schärft Haltung, erzeugt Stimme. Welche Reibung will man behalten – und welche kann man abgeben? Das lässt sich nicht im Voraus entscheiden. Das lässt sich nur herausfinden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich arbeite seit einiger Zeit an dieser Grenze – als Macher, als jemand, der Geschichten entwickelt und produziert, und als jemand, der selbst schreibt. Die Erfahrung ist nicht, dass KI ersetzt. Das ist ein Lernprozesse, der aber nur durch Übung und kritisches Hinterfragen gelingt. Dann kann KI sichtbar machen: was man wirklich denkt, was man wirklich sagen will, wo man aufgehört hat, genau zu sein. Ein gutes Werkzeug zeigt die Stellen, an denen man nachlässig geworden ist. &#8211; Vorausgesetzt man betrachtet die Ergebnisse kritisch und gibt das Steuerrad nicht aus der Hand.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Mut zur vorläufigen Dummheit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gegenmittel gegen schlechte Gewohnheiten ist nicht die richtige Haltung. Es ist die konkrete Erfahrung. Ausprobieren. Scheitern. Beurteilen – nicht im Voraus, sondern danach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das klingt banal, ist es aber nicht. Es erfordert etwas, das in kreativen Berufen selten offen eingefordert wird: den Mut zur vorläufigen Dummheit. Den Mut, ein Werkzeug schlecht zu benutzen, bevor man es gut benutzt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Den Mut, sich zu irren – und diesen Irrtum als Erkenntnisquelle zu behandeln, nicht als Blamage.</strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Die Welt als Entwurf — das gilt auch für die Werkzeuge, mit denen man sie gestaltet. Aber nur, wenn man sie anfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Matthias Körnich</p>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F12%2Fki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen%2F&amp;linkname=KI%20ersetzt%20keine%20Kreativit%C3%A4t.%20Aber%20Z%C3%B6gern%20hat%20Konsequenzen." title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F12%2Fki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen%2F&amp;linkname=KI%20ersetzt%20keine%20Kreativit%C3%A4t.%20Aber%20Z%C3%B6gern%20hat%20Konsequenzen." title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F12%2Fki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen%2F&amp;linkname=KI%20ersetzt%20keine%20Kreativit%C3%A4t.%20Aber%20Z%C3%B6gern%20hat%20Konsequenzen." title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F12%2Fki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen%2F&amp;linkname=KI%20ersetzt%20keine%20Kreativit%C3%A4t.%20Aber%20Z%C3%B6gern%20hat%20Konsequenzen." title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F12%2Fki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen%2F&amp;linkname=KI%20ersetzt%20keine%20Kreativit%C3%A4t.%20Aber%20Z%C3%B6gern%20hat%20Konsequenzen." title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F12%2Fki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen%2F&amp;linkname=KI%20ersetzt%20keine%20Kreativit%C3%A4t.%20Aber%20Z%C3%B6gern%20hat%20Konsequenzen." title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F12%2Fki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen%2F&amp;linkname=KI%20ersetzt%20keine%20Kreativit%C3%A4t.%20Aber%20Z%C3%B6gern%20hat%20Konsequenzen." title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F12%2Fki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen%2F&amp;linkname=KI%20ersetzt%20keine%20Kreativit%C3%A4t.%20Aber%20Z%C3%B6gern%20hat%20Konsequenzen." title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F12%2Fki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen%2F&#038;title=KI%20ersetzt%20keine%20Kreativit%C3%A4t.%20Aber%20Z%C3%B6gern%20hat%20Konsequenzen." data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2026/04/12/ki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen/" data-a2a-title="KI ersetzt keine Kreativität. Aber Zögern hat Konsequenzen."></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/04/12/ki-ersetzt-keine-kreativitaet-aber-zoegern-hat-konsequenzen/">KI ersetzt keine Kreativität. Aber Zögern hat Konsequenzen.</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">547</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Neugier – Wissen wollen statt Wissen müssen</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2025/12/12/neugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 13:30:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[DieMaus]]></category>
		<category><![CDATA[Neugier]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://matthiaskoernich.de/?p=508</guid>

					<description><![CDATA[<p>Warum ist der Himmel blau? Wie kommen die Löcher in den Käse? Warum sind Kanaldeckel rund? Wie denkt KI? Was denkst du über arm und reich? Was denkst du über Liebe? &#8230; Was uns bei der Maus wichtig ist: Neugier! Neugierig zu sein bedeutet, Fragen zu stellen, offen für Neues zu bleiben und manchmal auch [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2025/12/12/neugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen/">Neugier – Wissen wollen statt Wissen müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-large-font-size wp-block-paragraph">Warum ist der Himmel blau? Wie kommen die Löcher in den Käse? Warum sind Kanaldeckel rund? Wie denkt KI? Was denkst du über arm und reich? Was denkst du über Liebe? &#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was uns bei der Maus wichtig ist: Neugier!</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Neugierig zu sein bedeutet, Fragen zu stellen, offen für Neues zu bleiben und manchmal auch mutig zu sein. Neugier schließt Wissenslücken und bringt Neues überhaupt erst in die Welt. Deshalb wollen wir nicht nur aus Neugier motivierte Geschichten erzählen, sondern auch zeigen: Neugier macht Spaß – und es lohnt sich, ein Leben lang neugierig zu bleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider wird Neugier in der Schule oft zu wenig gefördert. Dort geht es meist um wissen müssen statt um wissen wollen. Doch genau dieses „Wollen“ ist der Schlüssel zu echter Begeisterung und nachhaltigem Lernen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum Neugier glücklich macht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Neugier ist zutiefst menschlich, angeboren und ein grundlegender Motor für Erkundung, Lernen und Entwicklung. Neurowissenschaftler wie Henning Beck halten Neugier für die stärkste Motivation überhaupt. Sie ist tief im Gehirn verankert, evolutionsgeschichtlich alt und treibt uns an, Unbekanntes zu verstehen und neue Fähigkeiten zu erlernen. Neurologisch betrachtet aktiviert Neugier Regionen im Gehirn, die mit Belohnung verknüpft sind.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit anderen Worten: Neugier macht glücklich.</strong></p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Der Unterschied zur Künstlichen Intelligenz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Hier zeigt sich ein entscheidender Unterschied: KI kennt keine Neugier. Sie hat keine eigene Motivation, sondern sucht Muster und setzt bestehendes neu zusammen. KI beantwortet Fragen – sie stellt keine, zumindest nicht aus eigenem Antrieb. KI kann zwar Fragen „stellen“ (z. B. Rückfragen zur Klärung), aber das ist kein Ausdruck von Neugier, sondern eine programmierte Funktion. Manche Forscher sprechen von „künstlicher Neugier“ in der Robotik oder KI-Forschung – dabei handelt es sich aber um Algorithmen, die Zufall oder Exploration simulieren, nicht um echtes Bedürfnis.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Genau deshalb ist es so wichtig, Neugier als menschliche Ressource zu fördern. Sie ist unser ureigener Treiber für Innovation, Kreativität und gesellschaftlichen Fortschritt.</strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Neugier ist kein Luxus, sondern unser stärkster Motor &#8211; für Lernen, Kreativität und gesellschaftlichen Fortschritt. Sie macht uns glücklich, hält uns lebendig und eröffnet neue Perspektiven.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darum: Bleiben (oder werden) wir neugierig!</p>



<p class="has-large-font-size wp-block-paragraph">Welche Fragen hat dich zuletzt inspiriert, Neues zu entdecken? Vielleicht wird daraus „the next big thing?“ 😎</p>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fneugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen%2F&amp;linkname=Neugier%20%E2%80%93%20Wissen%20wollen%20statt%20Wissen%20m%C3%BCssen" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fneugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen%2F&amp;linkname=Neugier%20%E2%80%93%20Wissen%20wollen%20statt%20Wissen%20m%C3%BCssen" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fneugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen%2F&amp;linkname=Neugier%20%E2%80%93%20Wissen%20wollen%20statt%20Wissen%20m%C3%BCssen" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fneugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen%2F&amp;linkname=Neugier%20%E2%80%93%20Wissen%20wollen%20statt%20Wissen%20m%C3%BCssen" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fneugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen%2F&amp;linkname=Neugier%20%E2%80%93%20Wissen%20wollen%20statt%20Wissen%20m%C3%BCssen" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fneugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen%2F&amp;linkname=Neugier%20%E2%80%93%20Wissen%20wollen%20statt%20Wissen%20m%C3%BCssen" title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fneugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen%2F&amp;linkname=Neugier%20%E2%80%93%20Wissen%20wollen%20statt%20Wissen%20m%C3%BCssen" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fneugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen%2F&amp;linkname=Neugier%20%E2%80%93%20Wissen%20wollen%20statt%20Wissen%20m%C3%BCssen" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fneugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen%2F&#038;title=Neugier%20%E2%80%93%20Wissen%20wollen%20statt%20Wissen%20m%C3%BCssen" data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2025/12/12/neugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen/" data-a2a-title="Neugier – Wissen wollen statt Wissen müssen"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2025/12/12/neugier-wissen-wollen-statt-wissen-muessen/">Neugier – Wissen wollen statt Wissen müssen</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">508</post-id>	</item>
		<item>
		<title>Zukunft gestalten &#8211; Fragen wir zu wenig und warum?</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2025/12/12/zukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 11:30:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Neugier]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>
		<category><![CDATA[ZukunftGestalten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://matthiaskoernich.de/?p=505</guid>

					<description><![CDATA[<p>In sozialen Medien fällt mir immer wieder auf: Es gibt mehr Antworten als Fragen- Statements, Positionen, Erklärungen aber wenig Offenheit oder Skepsis. Dabei sind es gerade die Fragen, die Erkenntnis ermöglichen, Perspektiven öffnen und Entwicklung fördern – besonders in Zeiten des Wandels: Ob in Unternehmen, durch technologische Umbrüche wie KI oder in der Art, wie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2025/12/12/zukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2/">Zukunft gestalten &#8211; Fragen wir zu wenig und warum?</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph" id="ember423">In sozialen Medien fällt mir immer wieder auf: Es gibt mehr Antworten als Fragen- Statements, Positionen, Erklärungen aber wenig Offenheit oder Skepsis. Dabei sind es gerade die Fragen, die Erkenntnis ermöglichen, Perspektiven öffnen und Entwicklung fördern – besonders in Zeiten des Wandels: Ob in Unternehmen, durch technologische Umbrüche wie KI oder in der Art, wie wir als Medienschaffende Geschichten erzählen und Narrative etablieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember424">Warum also diese Zurückhaltung?</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember425">Ein Erklärungsansatz kommt vom Sozialpsychologen <strong>Arie Kruglanski</strong>. Er entwickelte das Konzept des <strong>„Need for Closure“ (NFC)</strong> – das Bedürfnis nach klaren, eindeutigen Antworten und abgeschlossenen Situationen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember426">Ein hoher NFC bedeutet: Ich strebe nach Ordnung, Vorhersagbarkeit und schnellen Entscheidungen. Unsicherheit und Ambiguität belasten mich. Das kann effizient sein – aber auch gefährlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember427">Denn in einer komplexen Welt kann ein zu hoher NFC dazu führen, dass wir vorschnell urteilen, Informationen nicht mehr hinterfragen und an einmal gefassten Meinungen festhalten. Kruglanski nennt das: <strong>„Zuschnappen und Einfrieren“</strong>: Unter Stress unreflektiert Informationen sammeln, also &#8222;zuschnappen&#8220; und dann möglichst schnell verfestigen, heißt &#8222;dicht machen&#8220; bzw. &#8222;einfrieren&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember428">Gerade in sozialen Medien wird das sichtbar: Wer sich öffentlich positioniert, will nicht widersprüchlich erscheinen. Fragen zu stellen wirkt wie ein Zeichen von Unsicherheit – obwohl es in Wahrheit ein Zeichen von Stärke ist. So entstehen oft Narrative, die rückwärtsgewandt sind und neue Ideen ausschließen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember429">Neugier ist eine menschliche Grundfähigkeit. Aber fördern wir sie genug?</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember430">Die Entwicklungspsychologin <strong>Susan Engel</strong> zeigt: Kinder stellen zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr rund <strong>40.000 Fragen</strong>. Eine 44-jährige Führungskraft stellt im Schnitt <strong>sechs pro Tag</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember431">Der erste Bruch? Die Einschulung. Dort reduziert sich die Zahl der Fragen auf zwei pro Stunde. In der fünften Klasse zeigen Kinder laut Studien innerhalb von zwei Stunden <strong>kein Anzeichen von Neugier</strong> mehr.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember432">Was läuft da schief?</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember433">Carl Naughton bringt es auf den Punkt: Es geht nicht darum, ob eine Lehrkraft nett oder streng ist – sondern ob sie Neugier zulässt. Wer Fragen erlaubt, auch abseits des Lehrplans, aktiviert echtes Lernen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember434">Denn: <strong>Der größte Lernerfolg entsteht, wenn ich Antworten auf meine eigenen Fragen finde.</strong> Deshalb sind klassische Klausuren nicht mehr zeitgemäß. Abfragewissen ist weniger relevant als die Fähigkeit, Informationen kritisch zu bewerten und ihre Nützlichkeit zu erkennen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember435"><strong>Bei der „Sendung mit der Maus“ geht es genau darum:</strong> Den Spaß daran zu vermitteln, neugierig zu sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember436">Manchmal wird die Maus in die Nähe von Schulwissen gerückt – doch wie <strong>Armin Maiwald</strong> es einmal sagte:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Die Sendung mit der Maus ist nicht die Schule der Nation.“ Sie folgt keinem Lehrplan – sondern der Neugier der Kinder.</p>
</blockquote>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember438"><strong>Fragen wir also wieder mehr.</strong> Und fördern wir eine Kultur, in der Fragen nicht als Schwäche gelten – sondern als Anfang von Erkenntnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember439"><strong>Wie schaffen wir es, Neugier in den Medien, im Bildungssystem, in Unternehmen und Organisationen zu fördern?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember440">#Neugier #FragenStellen #Bildung #Medien #Change #SendungMitDerMaus #Leadership #Lernen #Ambiguitätstoleranz</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember441">📚&nbsp;Buchtipps zur Vertiefung</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember442">🔹 <strong>Arie Kruglanski</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Uncertain: How to Turn Your Biggest Fear into Your Greatest Power</em> → Ein zugängliches Buch über den Umgang mit Unsicherheit und das Konzept des „Need for Closure“.</li>



<li><em>The Psychology of Closed Mindedness</em> → Wissenschaftliche Grundlage zum Thema kognitive Geschlossenheit und wie sie unsere Urteilsfähigkeit beeinflusst.</li>



<li><em>The Quest for Significance</em> → Über das menschliche Bedürfnis nach Bedeutung und wie es unser Denken und Handeln prägt.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember444">🔹 <strong>Carl Naughton</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Neugier: So schaffen Sie Lust auf Neues und Veränderung</em> → Ein praxisnahes Buch über die Rolle von Neugier in Veränderungsprozessen – mit vielen Beispielen aus Bildung und Führung.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember446">🔹 <strong>Susan Engel</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>The Hungry Mind: The Origins of Curiosity in Childhood</em> → Eine tiefgehende Analyse darüber, wie Neugier bei Kindern entsteht – und wie Bildung sie fördern oder unterdrücken kann.</li>
</ul>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fzukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2%2F&amp;linkname=Zukunft%20gestalten%20%E2%80%93%20Fragen%20wir%20zu%20wenig%20und%20warum%3F" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fzukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2%2F&amp;linkname=Zukunft%20gestalten%20%E2%80%93%20Fragen%20wir%20zu%20wenig%20und%20warum%3F" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fzukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2%2F&amp;linkname=Zukunft%20gestalten%20%E2%80%93%20Fragen%20wir%20zu%20wenig%20und%20warum%3F" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fzukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2%2F&amp;linkname=Zukunft%20gestalten%20%E2%80%93%20Fragen%20wir%20zu%20wenig%20und%20warum%3F" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fzukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2%2F&amp;linkname=Zukunft%20gestalten%20%E2%80%93%20Fragen%20wir%20zu%20wenig%20und%20warum%3F" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fzukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2%2F&amp;linkname=Zukunft%20gestalten%20%E2%80%93%20Fragen%20wir%20zu%20wenig%20und%20warum%3F" title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fzukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2%2F&amp;linkname=Zukunft%20gestalten%20%E2%80%93%20Fragen%20wir%20zu%20wenig%20und%20warum%3F" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fzukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2%2F&amp;linkname=Zukunft%20gestalten%20%E2%80%93%20Fragen%20wir%20zu%20wenig%20und%20warum%3F" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2025%2F12%2F12%2Fzukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2%2F&#038;title=Zukunft%20gestalten%20%E2%80%93%20Fragen%20wir%20zu%20wenig%20und%20warum%3F" data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2025/12/12/zukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2/" data-a2a-title="Zukunft gestalten – Fragen wir zu wenig und warum?"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2025/12/12/zukunft-gestalten-fragen-wir-zu-wenig-und-warum-2/">Zukunft gestalten &#8211; Fragen wir zu wenig und warum?</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
		<post-id xmlns="com-wordpress:feed-additions:1">505</post-id>	</item>
	</channel>
</rss>
