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	<title>Medienkompetenz-Archiv - Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</title>
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	<description>Gedanken zu Medien, Gedanken zu Medien, Führung und Storytelling. Leiter Kinder &#38; Familie, WDR.</description>
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		<title>Warum? Die wichtigste Frage ist ungleich verteilt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 19:56:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Debatte über Medienbildung überschätzt regelmäßig die Macht der Medien – und unterschätzt die Macht sozialer Ungleichheit. Ende Juli hat die Universität Tübingen gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN, Kiel) eine Studie vorgestellt, die im Journal of Educational Psychology erschienen ist. Untersucht wurde, wie sich die Vorstellungen von Jugendlichen [&#8230;]</p>
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<h1 class="wp-block-heading"></h1>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Debatte über Medienbildung überschätzt regelmäßig die Macht der Medien – und unterschätzt die Macht sozialer Ungleichheit.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ende Juli hat die Universität Tübingen gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN, Kiel) eine Studie vorgestellt, die im <em>Journal of Educational Psychology</em> erschienen ist. Untersucht wurde, wie sich die Vorstellungen von Jugendlichen über generative KI im Laufe der Zeit entwickeln: Werden sie durch die alltägliche Nutzung realistischer? Befragt wurde dieselbe Gruppe zweimal, 2023 und 2024.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur eine Minderheit hielt generative KI tatsächlich für allwissend – 2023 waren es rund 13 Prozent. Entscheidend ist, was mit dieser Minderheit geschieht: Wer diese Vorstellung einmal hat, korrigiert sie nur selten von selbst. Und wenn, dann sind es vor allem diejenigen, die in kognitiven Tests besonders gut abschneiden. Rund jeder dritte Jugendliche schrieb der KI zudem mehr Wissen zu als den eigenen Lehrkräften. Die Forschenden nennen als Konsequenz nicht bessere Tools, sondern Unterricht: „Fehlvorstellungen über generative KI“, so Ann-Kathrin Jaggy vom Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung, „müssen im Unterricht gezielt sichtbar gemacht und aktiv bearbeitet werden.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig ist die Forschungsgrundlage: Befragt wurden rund 870 Schülerinnen und Schüler der sechsten bis achten Klasse – und zwar solche, die im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich als besonders begabt gelten. Der Befund stammt also nicht aus einem Querschnitt der Gesellschaft, sondern aus deren Spitzengruppe. Innerhalb dieser ohnehin privilegierten Gruppe zeigt sich bereits ein Unterschied. Was das für alle anderen bedeutet, ist offen – aber vermutlich nicht beruhigend.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Nicht neu – aber anders</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas verkürzt ließe sich ableiten: Wenn ich schlau bin, macht KI mich schlauer. Wenn nicht, eher das Gegenteil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Erkenntnis, die dahinter liegt, ist so alt wie die „Sendung mit der Maus“ und führt zurück in die 70er Jahre. 1970 veröffentlichten Philip J. Tichenor, George A. Donohue und Clarice N. Olien den Aufsatz „Mass Media Flow and Differential Growth in Knowledge“. Ihre These: Wenn über Massenmedien mehr Informationen in ein soziales System fließen, profitieren Menschen mit höherer Bildung stärker als Menschen mit niedrigerer. Die Wissenskluft wächst, statt sich zu schließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die These wurde vielfach bestätigt. Menschen mit höherer Bildung nutzen Informationsangebote gezielter, können Neues leichter an Vorhandenes anschließen, verfügen über stabilere Netzwerke und tauschen sich mehr über Inhalte aus. Trotzdem hoffte man in den Neunzigern, das Internet werde Wissen demokratisieren. Aber die Unterschiede blieben. Von den neuen Möglichkeiten haben weiterhin diejenigen profitiert, die Informationen finden, bewerten und nutzen konnten. Und wir sehen gerade sehr genau, wie dramatisch sich das auf die Diskurse in Social Media auswirkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb wurde die ursprüngliche Wissenskluft-These ausdifferenziert:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Zugangskluft</strong> – Wer hat überhaupt Geräte und Netz?</li>



<li><strong>Nutzungskluft</strong> – Wer nutzt Medien aktiv und vielfältig?</li>



<li><strong>Kompetenzkluft</strong> – Wer kann Inhalte bewerten, Quellen prüfen, daraus Wissen erzeugen?</li>



<li><strong>Partizipationskluft</strong> – Wer kann mit Informationen gesellschaftlich, politisch, beruflich etwas anfangen?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tübinger Studie fügt dieser Reihe kein neues Kapitel hinzu. Sie schreibt das alte fort. Fernsehen, Internet, Social Media, KI – jedes Mal derselbe Mechanismus.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was an KI trotzdem anders sein könnte</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt allerdings eine Frage, die sich bei früheren Medien so nicht stellte. Könnte KI fehlende kulturelle und bildungsbezogene Ressourcen wenigstens teilweise ausgleichen?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn anders als ein Buch, eine Sendung oder eine Suchmaschine ist ein Sprachmodell ansprechbar. Ich kann sagen: Erklär es einfacher. Frag mich ab. Gib mir ein Beispiel. Ist das wirklich belegt? Das sind genau jene Operationen, die bildungsnahe Elternhäuser beiläufig mitliefern und die anderswo fehlen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Betonung liegt auf <em>könnte</em>. Denn diese Fragen zu stellen, setzt bereits voraus, was sie erzeugen sollen: die Vermutung, dass eine Antwort auch falsch sein könnte. Wer eine Maschine für allwissend hält, fragt nicht nach. Der dialogische Vorteil fällt damit erneut denen zu, die ihn am wenigsten brauchen – es sei denn, jemand bringt das Nachfragen aktiv bei.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was das für Kinderangebote heißt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb landet die Frage ganz klar auch bei unseren Angeboten. Kompetenz und Partizipation sind die entscheidenden Hebel. Selbst wenn zwei Kinder dieselbe Sendung sehen, entsteht nicht derselbe Bildungseffekt. Wenn die Wissenskluft real ist, genügt es nicht, Inhalte bereitzustellen. Man muss sie so bauen und so distribuieren, dass sie die weniger privilegierten Kinder tatsächlich erreichen – und aktivieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An anderer Stelle habe ich dafür plädiert, <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/06/27/neugier-statt-medienkompetenz/">Neugier statt Medienkompetenz</a> in den Mittelpunkt zu stellen. Was hier hinzukommt, ist die unbequemere Hälfte des Gedankens: Auch Neugier ist nicht gleich verteilt. Sie wird zu Hause gestiftet – oder eben nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genügt es künftig, „nur“ gute Inhalte anzubieten? Oder muss die Maus stärker zu etwas werden, das Kindern hilft, selbst Fragen zu stellen, Zusammenhänge herzustellen und die eigenen Fehlvorstellungen zu prüfen? In gewisser Weise also das, was sie auf der Angebotsseite längst leistet – nur dialogischer, interaktiver. Ansätze wie unsere Programmierlernangebote von Elefant und Maus, die Begleitangebote, die App gehen bereits in diese Richtung. KI ist noch einmal eine ganz andere Herausforderung.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Muster kennen wir</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Spätestens nach Erfurt 2002 lautete der Kurzschluss: Wer Ego-Shooter spielt, wird gewalttätig, womöglich zum Amokläufer. Die Rolle des sozialen Umfelds, der individuellen Lage, der gesellschaftlichen Stimmung wurde dabei gern übersehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die vermeintliche Demokratisierung des Bildes durch die Fotografie, der Musik durch das Sampling, des Wissens durch das Internet: Keine davon hat das Problem der Qualität ihrer Nutzung gelöst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In jeder Epoche vermuten wir die Ursache zuerst im neuen Medium. Später stellen wir fest, dass das Medium meist nur die Bühne war, auf der sich längst bestehende Unterschiede zeigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Medienbildung ist deshalb ein wichtiger Baustein – aber sie ist eine Angebotsantwort auf ein Strukturproblem. Kompetenz ist ungleich verteilt, und neue Technologien machen das jedes Mal aufs Neue sichtbar. Schaut man genauer hin, wird noch etwas anderes sichtbar: Soziale Ungleichheit führt zu Bildungsungleichheit. Das Milieu entscheidet mit darüber, wie souverän ich mit neuer Technologie umgehe. Und wo die sozialen Voraussetzungen fehlen, verstärkt sich die Ungleichheit weiter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Problem löst Medienbildung nicht allein. Es geht um finanzielle Ressourcen, um Schule, um Spracherwerb, um Integrationsfragen, die längst nicht mehr nur Migrantinnen und Migranten betreffen. Also um genau die Bereiche, die derzeit unter Sparzwang stehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Warum?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der „Sendung mit der Maus“ und unseren übrigen Angeboten versuchen wir, deutlich über Fakten hinauszugehen: Wie stelle ich eine Frage? Wie gehe ich einem Phänomen nach? Wie überprüfe ich eine Erklärung? Wie halte ich Unsicherheit aus? Wir wollen Neugier auf ein Thema erzeugen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Zweifel ist das eigentlich Vermittelnswerte – und die Neugier der einzige Weg dorthin. Damit wären wir wieder bei der Urkinderfrage: Warum?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist, im besten Fall, Erkenntnisbildung.</p>
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		<title>Neugier statt Medienkompetenz</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/06/27/neugier-statt-medienkompetenz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Jun 2026 14:51:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Matthias Körnich Medienkompetenz meist vernachlässigt, erlebt gerade einen richtigen Boom. Im neuen Medienänderungsstaatsvertrag, in Pädagogikkonferenzen, in Elternabenden: überall soll sie gestärkt werden. Kinder sollen Desinformation erkennen, Daten schützen, Plattformen reflektiert nutzen. Das klingt vernünftig. Es greift aber zu kurz und was bedeutet Neugier statt Medienkompetenz. Medien sind kein Werkzeug – sie sind eine Umgebung Der [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Matthias Körnich</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Medienkompetenz meist vernachlässigt, erlebt gerade einen richtigen Boom. Im neuen Medienänderungsstaatsvertrag, in Pädagogikkonferenzen, in Elternabenden: überall soll sie gestärkt werden. Kinder sollen Desinformation erkennen, Daten schützen, Plattformen reflektiert nutzen. Das klingt vernünftig. Es greift aber zu kurz und was bedeutet Neugier statt Medienkompetenz.</strong></p>



<h3 class="wp-block-heading">Medien sind kein Werkzeug – sie sind eine Umgebung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Begriff Medienkompetenz setzt voraus, dass Medien ein abgrenzbares Kompetenzfeld sind – wie Rechnen oder Lesen. Tatsächlich sind Medien heute keine Werkzeuge mehr, die man erlernt.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-large-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Sie sind eine Umgebung, in der Kinder leben. Von Geburt an.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Kinder unter zehn Jahren verbringen mehr Zeit mit digitalen Medien als in strukturierten Bildungssituationen. Sie sind keine Lernenden gegenüber Medien. Sie sind Einheimische in einer Welt, in der Erwachsene noch immer Einwanderer sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Medienkompetenz als Lernziel behandelt Kinder als Defizitträger, die auf den richtigen Umgang mit ihrer eigenen Umgebung vorbereitet werden müssen. Das ist pädagogisch vertraut – und empirisch fragwürdig.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Schutz als Grundlogik macht Kinder nicht stark &#8211; aber Neugier</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Medienkompetenz-Debatte folgt einem bestimmten Muster: Wir erklären Kindern, was gut und was schlecht ist. Wir schützen sie vor Risiken. Wir sind der sichere Anker in einer unsicheren Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklungspsychologie ist hier eindeutig:</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-large-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Kinder, die primär auf Risikovermeidung konditioniert werden, entwickeln eine geringere Risikobereitschaft – auch dort, wo Risikobereitschaft lernnotwendig ist. Sie werden vorsichtiger, aber nicht klüger. Begleitet, aber nicht befähigt.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Für Medienbildung bedeutet das: Kinder, die vor allem lernen, was sie nicht tun sollen, lernen nicht, wie sie mit Unsicherheit, Widerspruch und Komplexität umgehen. Genau das aber ist die Kernkompetenz des 21. Jahrhunderts.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Neugier ist keine Vorstufe zur Medienkompetenz. Neugier ist Medienkompetenz – in ihrer wirksamsten Form.“</em></p>



<h3 class="wp-block-heading">Was die Sendung mit der Maus seit 1971 richtig macht &#8211; Es geht darum neugierig sein!</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sendung mit der Maus hat seit ihrer Gründung etwas getan, das damals radikal war und heute noch selten ist: Sie behandelt Kinder nicht als Empfänger von Botschaften, sondern als Menschen mit genuiner Neugier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gründungsprinzip war nicht pädagogisch, sondern empirisch: Was schauen Kinder wirklich? Was hält ihre Aufmerksamkeit? Was wollen sie verstehen? Daraus wurde eine Haltung, die für uns bis heute gilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erklärt, warum die Sendung fünf Jahrzehnte überdauert hat. Nicht weil sie Traditionen gepflegt hat. Sondern weil ihre Methode zeitlos ist: Realität vor Konzept und Neugier vor Lehrplan. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Gefahr der Pädagogisierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Kindermedien primär pädagogisch legitimiert werden, passiert etwas Schleichendes: Die Inhalte gehören nicht mehr den Kindern. Eine Sachgeschichte über Brücken ist dann nicht mehr interessant, weil Brücken interessant sind – sondern weil man dabei etwas über Statik lernt. Eine Geschichte über Freundschaft vermittelt nicht Freundschaft, sondern es soll soziale Kompetenz vermittelt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kinder spüren das. Sie spüren ob ein Angebot sie ernst nimmt, oder sie formen will. Und sie reagieren entsprechend – mit Desinteresse, mit Ablehnung, mit der Suche nach Alternativen, die YouTube und TikTok bereitstellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die eigentliche Medienkompetenz-Frage lautet deshalb nicht: „Wie schützen wir Kinder vor schlechten Medien?“ Sondern:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Warum sind gute Medien für Kinder so wenig attraktiv – und was sagt das über unseren Begriff von ‘gut’?“</p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Öffentlich-rechtliche Medien können etwas, das Algorithmen nicht können</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Öffentlich-rechtliche Kindermedien haben eine einzigartige Möglichkeit: Sie können Inhalte produzieren, die nicht auf maximale Aufmerksamkeit optimiert sind, sondern auf genuine Qualität. Journalistische Sorgfalt. Inhaltliche Tiefe. Ästhetische Entscheidungen, die Kindern etwas zutrauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kinder in Deutschland 2026 leben in vielgestaltigen Realitäten: Patchwork-Familien, Migrationserfahrungen, ökonomische Unsicherheit, Klimaangst, Identitätssuche. </p>



<blockquote class="wp-block-quote has-large-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Ein Kinderprogramm, das diese Realitäten nicht spiegelt, spricht nicht Kinder an – es spricht ein Bild von Kindheit an, das es nicht mehr gibt.</p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading">Vom Schutz zur Befähigung &#8211; auch in Medienkompetenz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Medienkompetenz und Neugier sind keine Gegensätze. Sie werden es nur dann, wenn Medienkompetenz als Schutzkonzept verstanden wird – und nicht als Beschreibung einer Haltung gegenüber der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Kind, das neugierig ist, fragt von selbst, wer etwas behauptet und warum. Es sucht nach Widersprüchen. Es vergleicht. Es zweifelt. Es tut all das, was Medienkompetenz als Lernziel anstrebt – aber aus innerer Motivation, nicht wegen eines Unterrichtsziels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sendung mit der Maus hat das 1971 so gemacht. Die Frage für 2026 ist, ob wir den Mut haben, es wieder so zu machen.</p>



<p class="has-large-font-size wp-block-paragraph"><strong>Neugier ist keine Vorstufe zur Bildung. Sie ist ihr Kern.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Matthias Körnich</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Leiter Programmgruppe Kinder &amp; Familie, WDR</p>
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		<title>Haltung in Zeiten der KI — Warum wir Reibung brauchen</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/05/23/haltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 May 2026 15:22:40 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Auf der re:publica 2026 hielt die Künstlerin Hito Steyerl einen Vortrag der mit &#8222;Friction&#8220; überschrieben war. Im Zentrum des Vortrags stand die Idee, das die K.I.-Industrie Reibung (Friction) eliminiert. Alles ist glatt, effizient, schnell und unsichtbar. Sie verbindet es mit einem von Immanuel Kant entlehnten Bild: Eine Taube kann nur fliegen, weil es Luftwiderstand gibt. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/05/23/haltung-in-zeiten-der-ki-warum-wir-reibung-brauchen/">Haltung in Zeiten der KI — Warum wir Reibung brauchen</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Auf der re:publica 2026 hielt die Künstlerin Hito Steyerl einen Vortrag der mit &#8222;Friction&#8220; überschrieben war. Im Zentrum des Vortrags stand die Idee, das die K.I.-Industrie Reibung (Friction) eliminiert. Alles ist glatt, effizient, schnell und unsichtbar. Sie verbindet es mit einem von Immanuel Kant entlehnten Bild: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Eine Taube kann nur fliegen, weil es Luftwiderstand gibt. Ohne Reibung stürzt sie ab.</strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Daraus entsteht ein relevantes Problem: Verantwortung, Transparenz und gesellschaftlicher Kontext verschwindet. Um kreativ zu sein oder Kunst zu schaffen muss ich aber Verantwortung übernehmen, ich kann sie nicht durch K.I. ersetzen. Das bedeutet, wenn ich technische Entscheidungen treffe, treffe ich auch ästhetische und politische Entscheidungen. Es geht um Haltung in Zeiten der KI.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Wer im Kreativbereich arbeitet, handelt fahrlässig, wenn er KI ignoriert. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Nicht weil sie ein neues Werkzeug ist — sondern weil sie zwei Fragen aufwirft, die sich nicht delegieren lassen: Bereichert KI den kreativen Prozess, oder zerstört sie ihn? Und: Wie können wir durch kreatives Schaffen überhaupt eine Haltung zu ihr entwickeln und unsere Verantwortung nicht aus der Hand geben?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese zweite Frage ist entscheidend. Denn sie ist keine ästhetische — sie ist eine existenzielle. Zumindest wenn man die Warnungen von Yoshua Bengio ernst nimmt. Bengio ist kein KI-Gegner. Er ist der meistzitierte Informatiker der Welt, Turing-Preisträger, einer der Väter des Deep Learning. Und er warnt: Wenn wir nichts tun, könnten hyperintelligente Maschinen eigene Erhaltungsziele entwickeln — und innerhalb eines Jahrzehnts eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit darstellen. Er fügt hinzu: Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit nur ein Prozent betrüge, wäre das nicht akzeptabel. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor drei Jahren, sagt Bengio, habe er sich verzweifelt gefühlt — ohne jede Ahnung, wie das Problem zu lösen sei. Inzwischen sieht er mit seiner Forschungsorganisation LawZero einen technischen Weg. Sein Optimismus ist gewachsen. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Aber die Warnung bleibt. Verantwortung durch Reibung.</h5>


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<div class="schema-faq wp-block-yoast-faq-block"></div>



<p class="wp-block-paragraph">Das ist keine Dystopie. Es ist eine Bedingung — und eine Aufforderung. Wenn wir zwischen uns und der Technik keine kritische Distanz- nach Hito Steyerl könnte man es  &#8222;Friktion&#8220; nennen-  erzeugen, verschwindet Verantwortung und die Technik übernimmt mit unabsehbaren Folgen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bengio sucht eine Weg über die Verbesserung der Technik, aber man kann durchaus sehr viel früher ansetzen, indem man Haltung entwickelt.  Warum ist Haltung dabei so wichtig? Weil sie Handeln orientiert. </p>



<h5 class="wp-block-heading">Haltung ist nicht dasselbe wie Meinung. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Meinung kann man haben, ohne zu handeln. Haltung zeigt sich erst in der Entscheidung — was man der K.I. überlässt, und wo man eine Grenze zieht. Nicht aus Angst, sondern aus Urteil. Dieses Urteilsvermögen ist kein natürlicher Zustand. Es entsteht durch ein Bildungsideal, das nicht auf Wissensanhäufung beruht, sondern auf Skepsis, Neugier und der Bereitschaft, unbequeme Fragen zu stellen. Immer wieder. Dieselben und neue.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Armin Maiwald, einer der Gründerväter der Sendung mit der Maus, hat das einmal so formuliert: <em>Wir sind nicht die Schule der Nation.</em> Ein anderer Wirklichkeitszugang. Kein Lehrplan. Keine richtige Antwort am Ende.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sesamstraße sagt es direkter: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>Wer nicht fragt, bleibt dumm</strong>.</em></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Beides klingt simpel. Beides ist radikal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schule, wie wir sie kennen, war eine Antwort auf ihre Zeit. Die industrielle Revolution brauchte ausgebildete Arbeitskräfte für unterschiedliche Aufgaben in der Produktionskette — pünktlich, spezialisiert, funktional. Die Schule hat diese Anforderung erfüllt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seither hat sich vieles verändert. Ganztagsschule, Inklusion, digitale Ausstattung, neue pädagogische Konzepte. Aber die DNA des Systems — der 45-Minuten-Takt, die Fächertrennung, die Notenlogik, der Gleichschritt ist geblieben. Sie wirkt im Hintergrund weiter, auch wenn die Oberfläche modernisiert wurde. Diese Architektur war zugespitzt formuliert nie darauf ausgelegt, Urteilsvermögen zu erzeugen. Sie war darauf ausgelegt, es zu ersetzen — durch richtige Antworten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt Lehrerinnen und Lehrer, Schulen, pädagogische Konzepte, die genau dagegen arbeiten. Auf sie kommt es an. Aber sie sind die Ausnahme — und das System schützt sie nicht, es duldet sie bestenfalls. Wer nicht hineinpasst, merkt es schnell. Unbequeme Schülerinnen und Schüler, die zu viel fragen. Lehrerinnen und Lehrer, die zu viel zulassen. Und vor allem: Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Die werden nicht unterrichtet — sie werden vermieden. Dabei sind es genau diese Fragen, die Haltung erzeugen.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Große Umbrüche erzeugen fast immer denselben Reflex: den Rückzug ins Bekannte. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Das Neue verunsichert — und die Antwort darauf ist häufig nicht Aufbruch, sondern Sehnsucht nach Überschaubarkeit. Der PISA-Schock 2001 hätte ein Wendepunkt sein können. Die Erkenntnis war da: Deutschlands Schülerinnen und Schüler können Wissen nicht anwenden, nicht urteilen, nicht transferieren. Die Reaktion darauf war bezeichnend — mehr Tests, mehr Standards, mehr Vergleichbarkeit. Und in einer Bildungsdebatte, die schon vor PISA schwelte und danach neuen Auftrieb bekam: die Forderung nach einem nationalen Bildungskanon. Was muss man gelesen haben? Was muss man wissen? Mehr Stoff also. Mehr richtige Antworten. Derselbe alte Reflex — und das in dem Moment, der eigentlich einen anderen Weg geöffnet hätte.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Dieses Muster ist nicht neu. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Als Gutenberg den Buchdruck erfand, begrüßte die Kirche die neue Technologie zunächst — sie ließ Bibeln drucken und Ablassbriefe vervielfältigen. Die Zensur kam erst, als Martin Luther den Buchdruck nutzte, um ihre Autorität zu untergraben. Nicht die Technologie wurde bekämpft — sondern das, was Menschen damit machten. Das ist eine wichtige Unterscheidung. Auch bei K.I..</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Industrialisierung die Webstühle ersetzte, zerstörten die Maschinenstürmer — die Ludditen — die Maschinen. Nicht wahllos und nicht aus Dummheit, wie das Klischee es will. Der Historiker E.P. Thompson hat gezeigt: Sie bekämpften nicht die Technik, sondern die neuen Wirtschaftsbeziehungen, die mit ihr durchgesetzt wurden — den Verlust von Festpreisen, Würde, gewachsenen Ordnungen. Ihre Aktionen waren gezielt: Maschinen bestimmter Eigentümer wurden zerstört, andere verschont. Der Rückzug ins Bekannte war eine rationale Reaktion auf reale Verluste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als das WWW in den 1990er Jahren auftauchte, schrieb der Autor und Wissenschaftler Clifford Stoll 1995 in Newsweek einen vielzitierten Essay — Titel: </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>The Internet? Bah!</em> </strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Online-Datenbanken würden keine Zeitungen ersetzen, kein Computernetzwerk werde die Art verändern, wie Regierungen funktionieren. Er lag falsch. Aber seine Skepsis war menschlich verständlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was alle drei Momente verbindet: Der Rückzug ins Bekannte als erste Reaktion auf das Unbekannte. Und versetzt — die Weiterentwicklung. Die Frage ist nicht ob — sondern wann.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Und diesmal ist etwas anders.</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Generation (X) hätte vorbereitet sein können. Wir haben erlebt, wie drei Fernsehprogramme zur globalen Medienlandschaft wurden. Wie das WWW in wenigen Jahren alles veränderte, was wir über Information, Öffentlichkeit und Kommunikation zu wissen glaubten. Wie soziale Netzwerke Demokratien destabilisierten, bevor irgendjemand die Konsequenzen durchdacht hatte.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Wir haben die Muster gesehen. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Wir hätten im Urteilsvermögen geschult sein sollen — durch Erfahrung, wenn schon nicht durch Bildung. Und dennoch erleben wir denselben Rückzug. Dieselben Reflexe. Als hätten wir nichts gelernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">K.I. ist ein solcher radikaler Umbruch. Vielleicht der größte seit der Industrialisierung. Und diesmal sollten wir gelernt haben, was seit Moore&#8217;s Law 1965 zur empirischen Konstante geworden ist: </p>



<h5 class="wp-block-heading">Entwicklung beschleunigt sich exponentiell. </h5>



<p class="wp-block-paragraph">Was früher Jahrzehnte brauchte, passiert heute in Jahren. Was heute Jahre braucht, wird morgen Monate brauchen. Das verändert alles. Der Rückzug ins Bekannte kommt — das ist sicher. Aber ob die Weiterentwicklung noch rechtzeitig kommt, ist diesmal offen. Bengio hat einen technischen Lösungsweg gefunden, sein Optimismus ist gewachsen. Aber er bleibt dabei: Selbst ein Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Katastrophe dieses Ausmaßes ist nicht akzeptabel. Das ist keine Hysterie. Das ist Kalkül.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Und die Zeit wird knapp.</h5>



<p class="wp-block-paragraph">Wir sind alle gefordert. Gesellschaft, Politik, Konzerne — niemand kann sich aus diesem Dilemma heraushalten. Die Antwort auf Bengios Warnung ist kein individuelles Problem. Sie ist eine kollektive Aufgabe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber sie beginnt beim Einzelnen. Ich habe keine abschließende Antwort. Aber ich habe eine Haltung. Ich schätze die Vorteile der K.I. — werde mir das Leben und die Kreativität aber nicht aus der Hand nehmen lassen. Wie die Fotografie den Maler nicht ersetzt, sondern befreit hat — von der Pflicht zur Abbildung zur Freiheit der Interpretation — kann KI den kreativen Prozess erweitern. Aber nur, wenn man die Verantwortung für Urteil und Ergebnis behält. Das ist keine Verweigerung. Das ist der Anfang. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Und ich verfolge das in unseren Medienangeboten täglich: die Förderung von Urteilsvermögen, von Neugier, von ehrlicher Komplexität. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Armin Maiwald hatte recht: <em>Wir sind nicht die Schule der Nation.</em> Wir sind etwas anderes. Ein anderer Wirklichkeitszugang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielleicht ist das, in Zeiten wie diesen, das Wichtigste, was wir sein können. <a href="https://youtu.be/PiXA0ul9ACs?si=DNPE7iiypOUKBPAt">Hito Steyerl auf der re:publica26</a></p>



<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
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</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Preteens und Teens brauchen andere Geschichten – und warum „POV“ genau jetzt kommt</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/04/15/preteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Apr 2026 19:59:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Innovation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es gibt Generationen, die wachsen mit Fernsehen auf, und es gibt Generationen, die wachsen mit Feeds auf. Dazwischen leben jene, die derzeit Preteens und Teens genannt werden – eine Zielgruppe, die vermutlich keinen Namen will, schon gar keinen Etikettenschwindel. Was sie aber sehr wohl will: gesehen werden. Im Sinne von echter Sichtbarkeit: Wer hört uns [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/04/15/preteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt/">Preteens und Teens brauchen andere Geschichten – und warum „POV“ genau jetzt kommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph" id="ember204">Es gibt Generationen, die wachsen mit Fernsehen auf, und es gibt Generationen, die wachsen mit Feeds auf. Dazwischen leben jene, die derzeit Preteens und Teens genannt werden – eine Zielgruppe, die vermutlich keinen Namen will, schon gar keinen Etikettenschwindel. Was sie aber sehr wohl will: <strong>gesehen werden</strong>.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember205">Im Sinne von echter Sichtbarkeit: <em>Wer hört uns zu? Wer versteht, wie wir leben? Wer nimmt unsere Welt ernst – und zwar ohne sie zu belächeln?</em></p>



<figure class="wp-block-video"><video height="576" style="aspect-ratio: 1024 / 576;" width="1024" controls src="https://matthiaskoernich.de/wp-content/uploads/2026/04/POV-Formattrailer-E-UT.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption">Format für Teens vom WDR für die ARD</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember206">Zwischen Social-Media-Verbot und Dauerbeurteilung: Jugendliche suchen Räume, die ihnen gehören</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember207">Die mediale Realität junger Menschen ist paradox: Einerseits verbringen viele einen Großteil ihres Alltags online, andererseits sind digitale Räume zunehmend durch Regeln, Verbote oder Algorithmen geprägt, die sie nicht kontrollieren. Wer mit 12, 13 oder 14 Jahren versucht, sich eine stabile Identität zu bauen, findet sich häufig in Umgebungen wieder, die von permanenter Bewertung leben.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember208">Und genau da entsteht eine Lücke.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember209">Eine Lücke zwischen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>„Du bist zu jung für Social Media.“</strong></li>



<li><strong>„Aber bitte sei digital kompetent.“</strong></li>



<li><strong>„Informier dich!“</strong></li>



<li><strong>„Aber möglichst nicht dort, wo du dich ohnehin aufhältst.“</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember211">Es ist eine Generation, die viel aushält – und trotzdem selten gefragt wird, wie es ihr damit geht. Oder wie sie ihre Welt überhaupt wahrnimmt.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember212">Warum ein Format wie „POV“ jetzt wichtig ist</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember213">Mit „POV – Deine Geschichte zählt“ macht der #WDR für die #ARD ein <strong>journalistisches Angebote für Jugendliche, und zwar konsequent aus ihrer Perspektive heraus</strong>. <a href="https://www.ardmediathek.de/pov-deine-geschichte-zaehlt" data-type="link" data-id="https://www.ardmediathek.de/pov-deine-geschichte-zaehlt">ARD-Mediathek</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember214">Vier Hosts – Kiara Jade, Noel Dederichs, Helena Clear und Valentin Wilczek – erzählen gesellschaftspolitische Themen <strong>nicht über Jugendliche, sondern mit ihnen</strong>. Mit Selfie-Kamera, Handkamera, persönlichen Geschichten. Nicht, weil es hip wirkt, sondern weil dies die authentische Art ist, wie junge Menschen heute Realität dokumentieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember215">Und vor allem: weil diese Generation ein feines Gespür dafür hat, ob etwas „für Fans und Follower produziert“ wurde oder aus echter Neugier. </p>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember216">Leonie, Anna und die Frage: Was ist eine echte Freundschaft?</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember217">Die erste Folge zeigt, warum dieses Format mehr ist als ein Jugendprogramm.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember218">Leonie (16) fühlt sich in der Schule häufig ausgeschlossen. Ihren festen Halt findet sie dort, wo viele junge Menschen heute ihre emotionale Basis suchen: <strong>in digitalen Communities</strong>, Fan-Gruppen, Musik-Subkulturen. In genau solchen Räumen wird Zugehörigkeit neu verhandelt – oft ehrlicher als in Klassenzimmern.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember219">Dort lernt sie Anna kennen. Gleich alt. Gleiche Musik. Gleiche Sehnsucht nach einem Ort, an dem man nicht bewertet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember220">Die beiden werden Freundinnen. Enge Freundinnen. Nur: Sie haben sich noch nie im echten Leben gesehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember221">Der Moment des ersten Treffens – begleitet von Host Valentin Wilczek – ist ein leises, starkes Statement über die Realität junger Menschen im Jahr 2026. Es geht nicht darum, ob Online-Freundschaften „wirklich echt“ sind. Es geht darum, wer definiert, was echt ist.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und ob nicht gerade diese Generation dabei ist, uns ältere Semester genau das beizubringen.</strong></p>
</blockquote>



<h3 class="wp-block-heading" id="ember223">Fazit: „Deine Geschichte zählt“ – ja, wirklich</h3>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember224">Mit „POV“ reagiert das Team auf die Nutzerbedürfnisse der Zielgruppe:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>kürzere Erzählformen</strong></li>



<li><strong>stärkere Personalisierung</strong></li>



<li><strong>visuelle Sprache aus dem Alltag junger Menschen</strong></li>



<li><strong>Ausspielwege, die Jugendliche tatsächlich nutzen</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember226">Das Format ist damit nicht nur ein redaktioneller Schritt, sondern ein kultureller: Es anerkennt, dass die Lebenswirklichkeit junger Menschen nicht „fehlgeleitet“ ist, sondern anders strukturiert – und dass Journalismus sich anpassen muss, wenn er relevant bleiben will.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember227">„POV“ ist ein Angebot, das jungen Menschen nicht erklärt, wie die Welt funktioniert. Sondern ihnen Raum gibt, ihre eigene Welt und Weltsicht sichtbar zu machen. Ohne moralisches Schulterklopfen. Ohne pädagogischen Zeigefinger. Und ohne die Angst, „zu viel Nähe“ zuzulassen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Denn vielleicht ist genau das der Punkt: Diese Generation möchte nicht nur konsumieren. Sie möchte <strong>erzählen</strong>.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember229">Und genau hier setzt „POV“ an: <strong>zuhören, begleiten, ernst nehmen</strong> – und Geschichten sichtbar machen, die sonst niemand erzählen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember230">„POV – Deine Geschichte zählt“ ist eine Produktion von We Are Era und Kanakfilm im Auftrag der ARD unter Federführung des WDR. Redaktion: <a href="https://www.linkedin.com/in/diana-aust-737168205/">Diana Aust</a> (WDR), <a href="https://www.linkedin.com/in/ingrid-zimmer-48b524183/">Ingrid Zimmer</a> (WDR). Produktion: <a href="https://www.linkedin.com/company/kanakfilm/?lipi=urn%3Ali%3Apage%3Ad_flagship3_pulse_read%3BQckVM8QCROij835jAX3gDA%3D%3D">Kanakfilm Berlin GmbH</a>, We Are Era, <a href="https://www.linkedin.com/in/yelda-tuerkmen/">Yelda Türkmen</a>, <a href="https://www.linkedin.com/in/markus-heidmeier/">Markus Heidmeier</a> . Danke an das gesamte tolle Team!</p>



<figure class="wp-block-video"><video height="576" style="aspect-ratio: 1024 / 576;" width="1024" controls src="https://matthiaskoernich.de/wp-content/uploads/2026/04/POV-Ich-habe-nur-Online-Freundschaften-Ist-das-ok-Trailer-E-UT.mp4"></video><figcaption class="wp-element-caption">POV &#8211; Deine Geschichte zählt. Format vom WDR für die ARD</figcaption></figure>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&amp;linkname=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F04%2F15%2Fpreteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt%2F&#038;title=Preteens%20und%20Teens%20brauchen%20andere%20Geschichten%20%E2%80%93%20und%20warum%20%E2%80%9EPOV%E2%80%9C%20genau%20jetzt%20kommt" data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2026/04/15/preteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt/" data-a2a-title="Preteens und Teens brauchen andere Geschichten – und warum „POV“ genau jetzt kommt"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/04/15/preteens-und-teens-brauchen-andere-geschichten-und-warum-pov-genau-jetzt-kommt/">Preteens und Teens brauchen andere Geschichten – und warum „POV“ genau jetzt kommt</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
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		<title>Social‑Media‑Verbot — oder doch erstmal umsetzen?</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2026/03/11/social-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 15:30:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
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		<category><![CDATA[Europa]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Diskussion über ein mögliches Social‑Media‑Verbot für Kinder scheint aktuelle ein gutes Thema zu sein, solle es doch unsere Kinder schützen. Leider fehlt hier der differenzierte Blick darauf und die Reaktionen sind oft reflexartig. Denn bevor man über Verbote spricht, die eine erhebliche Einschränkung der Kinderrechte in Bezug auf Teilhabe an der digitalen Welt bedeuten, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/03/11/social-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen/">Social‑Media‑Verbot — oder doch erstmal umsetzen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Diskussion über ein mögliches Social‑Media‑Verbot für Kinder scheint aktuelle ein gutes Thema zu sein, solle es doch unsere Kinder schützen. Leider fehlt hier der differenzierte Blick darauf und die Reaktionen sind oft reflexartig. Denn bevor man über Verbote spricht, die eine erhebliche Einschränkung der Kinderrechte in Bezug auf Teilhabe an der digitalen Welt bedeuten, lohnt der Blick auf das, was <strong>auf EU‑Ebene längst möglich wäre</strong> – wenn europäische Vorgaben auch gegen die Techgiganten durchgesstzt werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem <strong>14. Juli 2025</strong> liegen die offiziellen EU‑Leitlinien zum Schutz Minderjähriger vor. Sie zeigen sehr klar:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">„Safety by Design“ statt Verbote</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">– und zwar sofort anwendbar, rechtlich fundiert über Art. 28 DSA. <a href="https://gesetz-digitale-dienste.de/dsa/artikel-28/">Artikel 28 Online-Schutz Minderjähriger ~ Digital-Services-Act (DSA)</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">Was heute schon möglich wäre – ohne ein einziges Verbot:</h3>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Private Konten als Standard</strong> für Minderjährige. Wenn Minderjährige standardmäßig mit privaten Konten starten, dürfen ihre Inhalte, Daten und Profilinformationen für Fremde nicht sichtbar sein – dadurch sinkt das Risiko von unerwünschten Kontaktaufnahmen, Grooming und Datenmissbrauch erheblich.</li>



<li><strong>Entschärfte Empfehlungssysteme</strong> Wenn Empfehlungssysteme für Minderjährige entschärft werden, bedeutet das vor allem: Kinder rutschen deutlich seltener in algorithmische Rabbit Holes und sehen weniger potenziell schädliche Inhalte — weil Plattformen nicht mehr primär ihr Verhalten auswerten, sondern sicherheitsorientierte Signale priorisieren.</li>



<li><strong>Opt‑in für Gruppenchats</strong>, einfache Blockierfunktionen. <strong>Kinder und Jugendliche dürfen nicht automatisch in einen Gruppenchat hinzugefügt werden.</strong> Stattdessen müssen sie <strong>aktiv zustimmen</strong>, bevor sie einer Gruppe beitreten. Das schützt sie u. a. davor, ungefragt in große oder fremde Gruppen geworfen zu werden, Kontaktanfragen von Unbekannten zu erhalten, in Mobbing‑ oder problematische Chat‑Situationen hineingezogen zu werden. Die EU‑Leitlinien nennen diese Funktion ausdrücklich als Schutzmaßnahme gegen Cybermobbing und unerwünschte Kontakte</li>



<li><strong>Deaktiviertes Autoplay, Streaks, Push‑Suchtmechaniken. </strong>Wenn suchterzeugende Mechaniken standardmäßig deaktiviert sind, sinkt das Risiko, dass Kinder in Endlos‑Nutzung abrutschen – weil die Plattform weniger aktiv versucht, sie im Flow zu halten oder zu „re-engagen“.</li>



<li><strong>Screenshot‑/Download‑Sperren</strong> für Kinderinhalte. Durch Sperren von Downloads und Screenshots wird die ungewollte Weiterverbreitung persönlicher Inhalte von Minderjährigen verhindert – und damit das Risiko von Bloßstellung, Erpressung oder Missbrauch deutlich reduziert.</li>



<li><strong>Schutz vor manipulativen Geschäftsmodellen</strong> wie Lootboxen. Wenn manipulative Kaufanreize eingeschränkt werden, werden Kinder weniger in intransparente, potenziell suchtfördernde oder kostenintensive Mechanismen gelockt – und können digital souveräner handeln.</li>



<li><strong>Bessere Moderation &amp; Meldesysteme</strong>. Stärkere Moderations- und Meldesysteme sorgen dafür, dass problematische Inhalte schneller erkannt werden und Kinder nach Meldungen verlässliche Rückmeldungen erhalten – was Cybermobbing und belastende Situationen spürbar reduziert.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Alle das steht in den EU‑Guidelines.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Warum wurde das dann noch nicht durchgesetzt?</h3>



<h3 class="wp-block-heading">1. Weil die Leitlinien neu und nicht verbindlich sind</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die EU‑Guidelines sind erst seit Juli 2025 veröffentlicht und gelten als <strong>Orientierung, nicht als Gesetz</strong>. Plattformen haben also Spielraum – und nutzen ihn. Sie basieren jedoch auf dem Digital Services Act (<strong>DSA</strong>) der seit 2023/2024 vollständig in Kraft getreten ist und in <strong>Artikel 28</strong> bereits <strong>die gesetzliche Pflicht, Minderjährige besonders zu schützen</strong> beinhaltet. Die EU‑Guidelines vom <strong>14. Juli 2025</strong> dienen dazu, <strong>zu präzisieren, wie Plattformen diese Pflichten konkret erfüllen sollen</strong> – sie schaffen <em>keine neuen Regeln</em>, sondern erklären die bestehenden. &#8211; <a href="https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/commission-publishes-guidelines-protection-minors">Commission publishes guidelines on the protection of minors | Shaping Europe’s digital future</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">2. Weil die EU erst mit Ermittlungen begonnen hat</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Meta laufen Verfahren wegen Suchtmechaniken und problematischer Algorithmen – aber <strong>keines ist abgeschlossen</strong>, daher keinerlei Druck. &#8211; <a href="https://www.zdfheute.de/wirtschaft/social-media-sucht-prozess-meta-google-folgen-100.html">Social-Media-Sucht: Droht Meta und Google ein Imagebruch? )</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">3. Weil Age‑Verification noch in der Pilotphase steckt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die EU arbeitet gerade mit fünf Staaten an einer gemeinsamen Altersverifikations‑App, aber sie ist <strong>noch kein Standard</strong>. &#8211; <a href="https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/policies/eu-age-verification">Der EU-Ansatz zur Altersüberprüfung | Gestaltung der digitalen Zukunft Europas</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">4. Weil nationale Alleingänge die Lage komplizieren</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Frankreich, Spanien und Griechenland drängen auf strengere Altersgrenzen oder sogar Verbote – was zu einem gefährlichen <strong>Regel‑Flickenteppich</strong> führt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Das Problem ist nicht der Mangel an Möglichkeiten, sondern der Mangel an Umsetzung.</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Alles, was ein Verbot vermeintlich erreichen soll, ist <strong>bereits heute umsetzbar</strong> – technisch und regulatorisch. Wir brauchen keine symbolpolitischen Verbotsdebatten. Wir brauchen <strong>Durchsetzung</strong> dessen, was schon da ist.</p>
<p><a class="a2a_button_linkedin" href="https://www.addtoany.com/add_to/linkedin?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F03%2F11%2Fsocial-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen%2F&amp;linkname=Social%E2%80%91Media%E2%80%91Verbot%20%E2%80%94%20oder%20doch%20erstmal%20umsetzen%3F" title="LinkedIn" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_facebook" href="https://www.addtoany.com/add_to/facebook?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F03%2F11%2Fsocial-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen%2F&amp;linkname=Social%E2%80%91Media%E2%80%91Verbot%20%E2%80%94%20oder%20doch%20erstmal%20umsetzen%3F" title="Facebook" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_email" href="https://www.addtoany.com/add_to/email?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F03%2F11%2Fsocial-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen%2F&amp;linkname=Social%E2%80%91Media%E2%80%91Verbot%20%E2%80%94%20oder%20doch%20erstmal%20umsetzen%3F" title="Email" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_mastodon" href="https://www.addtoany.com/add_to/mastodon?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F03%2F11%2Fsocial-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen%2F&amp;linkname=Social%E2%80%91Media%E2%80%91Verbot%20%E2%80%94%20oder%20doch%20erstmal%20umsetzen%3F" title="Mastodon" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_whatsapp" href="https://www.addtoany.com/add_to/whatsapp?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F03%2F11%2Fsocial-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen%2F&amp;linkname=Social%E2%80%91Media%E2%80%91Verbot%20%E2%80%94%20oder%20doch%20erstmal%20umsetzen%3F" title="WhatsApp" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_threema" href="https://www.addtoany.com/add_to/threema?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F03%2F11%2Fsocial-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen%2F&amp;linkname=Social%E2%80%91Media%E2%80%91Verbot%20%E2%80%94%20oder%20doch%20erstmal%20umsetzen%3F" title="Threema" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_bluesky" href="https://www.addtoany.com/add_to/bluesky?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F03%2F11%2Fsocial-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen%2F&amp;linkname=Social%E2%80%91Media%E2%80%91Verbot%20%E2%80%94%20oder%20doch%20erstmal%20umsetzen%3F" title="Bluesky" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_button_xing" href="https://www.addtoany.com/add_to/xing?linkurl=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F03%2F11%2Fsocial-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen%2F&amp;linkname=Social%E2%80%91Media%E2%80%91Verbot%20%E2%80%94%20oder%20doch%20erstmal%20umsetzen%3F" title="XING" rel="nofollow noopener" target="_blank"></a><a class="a2a_dd addtoany_share_save addtoany_share" href="https://www.addtoany.com/share#url=https%3A%2F%2Fmatthiaskoernich.de%2F2026%2F03%2F11%2Fsocial-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen%2F&#038;title=Social%E2%80%91Media%E2%80%91Verbot%20%E2%80%94%20oder%20doch%20erstmal%20umsetzen%3F" data-a2a-url="https://matthiaskoernich.de/2026/03/11/social-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen/" data-a2a-title="Social‑Media‑Verbot — oder doch erstmal umsetzen?"></a></p><p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2026/03/11/social-media-verbot-oder-doch-erstmal-umsetzen/">Social‑Media‑Verbot — oder doch erstmal umsetzen?</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
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		<title>Social Media ab 16 &#8211; Symbolpolitik statt wirkungsvolle Maßnahmen</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2025/11/21/social-media-ab-16-symbolpolitik-statt-wirkungsvolle-massnahmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Nov 2025 18:05:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Themen]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Symbolpolitik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Australien hat es beschlossen, auch in Deutschland wird darüber diskutiert: ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Die Argumente sind klar und wichtig: Schutz vor Sucht, Mobbing, Grooming und toxischen Inhalten. Doch die Realität zeigt: Verbote sind leicht zu umgehen und funktioniert bereits bei den aktuellen Altersgrenzen nicht. Kinder geben falsche Geburtsdaten ein, nutzen Accounts von Eltern [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2025/11/21/social-media-ab-16-symbolpolitik-statt-wirkungsvolle-massnahmen/">Social Media ab 16 &#8211; Symbolpolitik statt wirkungsvolle Maßnahmen</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph" id="ember1379">Australien hat es beschlossen, auch in Deutschland wird darüber diskutiert: ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Die Argumente sind klar und wichtig: Schutz vor Sucht, Mobbing, Grooming und toxischen Inhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1380">Doch die Realität zeigt: <strong>Verbote sind leicht zu umgehen </strong>und funktioniert bereits bei den aktuellen Altersgrenzen nicht. Kinder geben falsche Geburtsdaten ein, nutzen Accounts von Eltern oder Freunden – und sind trotz Verbot mitten im digitalen Alltag. Und die eigentlichen Probleme bleiben bestehen: Fake News, Polarisierung, algorithmische Manipulation und mangelnde Alternativen bzw. deren Förderung (Signal, Mastodon, Bluesky etc.). Selbst wenn die Verbote funktionieren würden, mit 16 stürzen sie dann unvorbereitet in dieses Universum.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1381">Ein weiteres Problem ist, dass ein Verbot die digitale Teilhabe einschränkt, die auch politisch-gesellschaftliche Impulse setzen kann. Die Kinder und Jugendlichen sind ohnehin eine ungehörte gesellschaftliche Minderheit, die keinen Einfluss auf die politisch-gesellschaftliche Gestaltung ihrer Zukunft hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1382"><strong>Warum Verbote nicht reichen</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Altersgrenzen sind in einer globalen, dezentralen Plattformwelt kaum durchsetzbar.</li>



<li>Wenn die jungen Menschen drei Jahre später auf die Plattformen kommen, macht es den Umgang nicht einfacher.</li>



<li>Gesellschaftliche Risiken wie Empörungskultur und algorithmische Manipulation betreffen alle Altersgruppen.</li>



<li>Historisch wirkten Medienverbote nur dort, wo klare Kontrollpunkte existierten (Kino, Handel) und selbst dabei wurde getrickst – Social Media funktioniert anders.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1384"><strong>Über Jahre verschlafen – jetzt dringender Handlungsbedarf</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Für Film (FSK), Spiele (USK) und Werbung gibt es klare Regeln – Social Media blieb lange unreguliert.</li>



<li>Politik und Gesellschaft haben zugesehen, wie Plattformen Diskurse verändern, ohne klare Vorgaben.</li>



<li>Ergebnis: Algorithmen optimieren Reichweite über Empörung, Fake News und Polarisierung.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1386"><strong>Lobbyismus: Die unsichtbare Bremse</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Plattformen profitieren von Empörung und Reichweite – das ist ihr Geschäftsmodell.</li>



<li>Lobbyarbeit verhindert klare Regeln: In Brüssel und Berlin werden Gesetze verwässert oder verzögert.</li>



<li>Statt Transparenz und Verantwortung erleben wir immer noch große Regulierungslücken, die den Plattformen Milliarden einbringen – auf Kosten von Schutz und Teilhabe.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1388"><strong>Über Altersverbote zu diskutieren, ist zu kurz gedacht. Der eigentliche Hebel liegt in der Regulierung der Plattformen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1389"><strong>Medienpädagogik: Die zweite Baustelle</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Lehrpläne nennen Medienbildung als Querschnittsaufgabe, aber ohne verbindlichen Stundenanteil.</li>



<li>Lehrkräfte fühlen sich oft unsicher, Fortbildung und Ausstattung hinken hinterher.</li>



<li>Digitale Kompetenzen sind zentral für Alltag und Beruf – trotzdem fehlt systematische Befähigung und die Gewichtung im Lehrplan stimmt schon lange nicht mehr.</li>



<li>Und Eltern sind selbst überfordert den Konsum zu steuern oder Aufklärung zu leisten.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1391"><strong>Neue Perspektive: Regulierung statt Symbolpolitik</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Algorithmische Transparenz:</strong> Plattformen müssen offenlegen, wie Inhalte priorisiert werden.</li>



<li><strong>Gestaffelte Schutzmechanismen:</strong> Funktionen wie Direktnachrichten oder algorithmische Feeds altersabhängig freischalten.</li>



<li><strong>Verantwortung der Plattformen:</strong> Klare Jugendschutzpflichten, ähnlich wie FSK/USK, z.B. Hinweise bei entsprechenden Content</li>



<li><strong>Medienpädagogik stärken:</strong> Verbindliche Fortbildung und Ressourcen für Lehrkräfte.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1393"><strong>Gesellschaftlicher Mehrwert</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1394">Regulierung stärkt Vertrauen in digitale Räume, fördert Resilienz gegen Fake News und entlastet Eltern – ohne Kinderrechte einzuschränken. Verbote sind ein einfaches Signal, aber die eigentliche Aufgabe liegt darin, Plattformen verantwortlich zu machen und Schulen zu befähigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1395">Die Frage ist nicht: „Ab wann dürfen Kinder Social Media nutzen?“ Die Frage ist: „Warum haben wir Plattformen und Schulen so lange unreguliert gelassen?“</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1396">👉 Wir haben die Regulierung und die Medienpädagogik zu lange verschlafen. Jetzt sollte Verantwortung gezeigt werden – von Plattformen, Politik und Bildungssystem.</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember1397">#SocialMediaVerbot #Jugendschutz #DigitaleTeilhabe #Medienpädagogik #PlattformRegulierung #AlgorithmischeTransparenz #DigitaleBildung #Symbolpolitik #RegulierungStattVerbote #DigitalPolicy #Medienkompetenz #FakeNews #Empörungskultur #Lobbyismus #SocialMediaBan #DigitalRights #YouthOnlineSafety #PlatformAccountability</p>
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		<title>Digitale Teilhabe beginnt nicht erst mit 14</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2025/11/14/digitale-teilhabe-beginnt-nicht-erst-mit-14/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2025 10:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Zielgruppen]]></category>
		<category><![CDATA[Kindermedien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkompetenz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[preteens]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Medien stehen immer wieder vor einer entscheidenden Frage:&#160;Wollen wir diese Lebensrealität ignorieren – oder verantwortungsvoll mitgestalten? Das Mediennutzungsverhalten von jungen Menschen richtet sich seit Jahren Richtung Social Media und YouTube aus. Und der Blick nach Europa zeigt: auch Sender wie&#160;BBC, Yle, DR, SVT, NRK oder ORF&#160;setzen auf&#160;altersgerechte, sichere und kreative Social-Media-Angebote&#160;für Kinder unter 16. Sie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2025/11/14/digitale-teilhabe-beginnt-nicht-erst-mit-14/">Digitale Teilhabe beginnt nicht erst mit 14</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph" id="ember767">Medien stehen immer wieder vor einer entscheidenden Frage:&nbsp;Wollen wir diese Lebensrealität ignorieren – oder verantwortungsvoll mitgestalten?</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember768">Das Mediennutzungsverhalten von jungen Menschen richtet sich seit Jahren Richtung Social Media und YouTube aus. Und der Blick nach Europa zeigt: auch Sender wie&nbsp;BBC, Yle, DR, SVT, NRK oder ORF&nbsp;setzen auf&nbsp;altersgerechte, sichere und kreative Social-Media-Angebote&nbsp;für Kinder unter 16. Sie fördern Medienkompetenz, schaffen vertrauenswürdige Inhalte und ermöglichen jungen Menschen digitale Teilhabe.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph" id="ember769"><strong>Australien hat andererseits ein Gesetz verabschiedet, das die Nutzung von sozialen Medien für Personen unter 16 Jahren verbietet und beauftragt die Plattformbetreiber eine entsprechende Alterskontrolle einzuführen. Ein spannender, aber schwieriger Versuch der vielleicht zu spät kommt. Und auch bei uns wird das Thema Verbot und Altersbegrenzung stark diskutiert.</strong> </p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember770">Tatsache ist das eine WHO-Studie (HBSC) zeigt, dass bereits 11-Jährige regelmäßig Social Media nutzen – Formate wie KiKA, Toggo und funk wären von einem Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige besonders betroffen. Diese Marken richten sich gezielt an junge Zielgruppen und nutzen Social Media, um pädagogisch wertvolle Inhalte zu verbreiten. </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph" id="ember770">Ein Verbot würde ihre Reichweite und Relevanz stark einschränken. </p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember770">Deshalb halte ich es für wichtig, dass öffentlich-rechtliche Anbieter in Deutschland nicht aus Prinzip Social Media ausschließen, sondern mit Haltung damit umgehen und bewusst mit den Risiken umgehen.  </p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph" id="ember770">Das entspricht auch der Kinderrechtskonvention der Teilhabe. </p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember770">Denn wer Kinder erreichen will, muss dort sein, wo sie sind – und ihnen dort Orientierung bieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem ist es umstritten, ob eine Altersbegrenzung, die es ja schon jetzt gibt, überhaupt zuverlässig zu kontrollieren ist. Bislang funktioniert es nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember771">Die Fragen die sich stellen:</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember772">👉 Wie kann ein verantwortungsvoller Umgang mit Social Media für Kinder aussehen?</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember773">👉 Welche Formate braucht es, um Vertrauen, Bildung und Spaß zu verbinden?</p>



<p class="wp-block-paragraph" id="ember774"><strong>#DigitaleTeilhabe</strong> <strong>#ÖffentlichRechtlich</strong> <strong>#Kinderrechte</strong> <strong>#Medienkompetenz</strong> <strong>#SocialMedia</strong> <strong>#WDR</strong> <strong>#KIKA</strong> <strong>#WissenMachtAh</strong> <strong>#PublicValue</strong> <strong>#Innovation</strong></p>
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		<title>Sprachmacht statt Empörung: Wie junge Menschen die Mediengesellschaft mitgestalten</title>
		<link>https://matthiaskoernich.de/2025/10/24/sprachmacht-statt-empoerung-wie-junge-menschen-die-mediengesellschaft-mitgestalten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Matthias Körnich]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2025 14:32:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>
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		<category><![CDATA[ZukunftGestalten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In einer Welt, die sich rasant wandelt, ist Sprache weit mehr als bloße Kommunikation – sie ist ein Werkzeug der Gestaltung. Wer mit Pathos, Vision und Klarheit spricht, formt unsere Vorstellung davon, was möglich ist. Besonders im politischen Diskurs zeigt sich: Sprache kann verbinden – oder spalten. Viele junge Menschen bewegen sich heute mit beeindruckender [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://matthiaskoernich.de/2025/10/24/sprachmacht-statt-empoerung-wie-junge-menschen-die-mediengesellschaft-mitgestalten/">Sprachmacht statt Empörung: Wie junge Menschen die Mediengesellschaft mitgestalten</a> erschien zuerst auf <a href="https://matthiaskoernich.de">Matthias Körnich – Medien, Haltung, Storytelling</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In einer Welt, die sich rasant wandelt, ist Sprache weit mehr als bloße Kommunikation – sie ist ein Werkzeug der Gestaltung. Wer mit Pathos, Vision und Klarheit spricht, formt unsere Vorstellung davon, was möglich ist. Besonders im politischen Diskurs zeigt sich: Sprache kann verbinden – oder spalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele junge Menschen bewegen sich heute mit beeindruckender Sicherheit in medialen Räumen. Sie erkennen rhetorische Muster, verstehen Ironie und Narrative, und sind nicht nur Konsument:innen, sondern auch kreative Produzent:innen – auf TikTok, in Podcasts oder im Klassenzimmer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch wie fördern wir diese Kompetenzen gezielt? Wie begleiten wir junge Menschen dabei, Sprache nicht nur zu verstehen, sondern sie strategisch und wirksam einzusetzen – für eine demokratische, empathische und zukunftsfähige Gesellschaft?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Statt über Stadtbilder oder Wurstkonsum zu streiten, sollten wir fragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Welche Narrative vermitteln wir?</strong></li>



<li><strong>Welche Begriffe prägen unsere Vorstellungskraft?</strong></li>



<li><strong>Wie entfalten junge Menschen ihre sprachliche Ausdruckskraft so, dass sie gesellschaftliche Resonanz erzeugt?</strong></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Denn: <strong>Zukunft beginnt im Kopf – und in der Sprache, die wir dafür wählen.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Polarisierung verstehen – und überwinden</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir leben in einer Zeit permanenter Empörungsschleifen. Eine Provokation – oft über soziale Medien – setzt die Maschine in Gang. Fakten werden bemüht, doch wie etwa bei Donald Trump zu beobachten war: In emotional aufgeladenen Kontexten verlieren sie oft ihre Wirkung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Warum?</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Bestätigungsfehler (Confirmation Bias):</strong> Menschen bevorzugen Informationen, die ihre Überzeugungen stützen.</li>



<li><strong>Emotion schlägt Ratio:</strong> Angst und Wut aktivieren das limbische System – Fakten erreichen das rationale Denken kaum.</li>



<li><strong>Mediale Verstärkung:</strong> Polarisierende Aussagen bekommen mehr Aufmerksamkeit, werden häufiger geteilt – und wirken dadurch stärker.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was funktioniert besser?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt rhetorische Strategien, die Polarisierung klug begegnen – und die junge Menschen lernen können:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Reframing statt Widerlegung:</strong> „Unsere Städte sind lebendig und vielfältig – das ist unsere Stärke.“</li>



<li><strong>Narrative Konter:</strong> Erfolgsgeschichten und persönliche Erfahrungen statt abstrakter Argumente.</li>



<li><strong>Humor und Ironie:</strong> Satire entlarvt oft effektiver als Fakten.</li>



<li><strong>Direkte Ansprache:</strong> Empathie und konkrete Lösungen statt Konfrontation.</li>



<li><strong>Emotionale Gegenbilder:</strong> Hoffnung, Stolz, Zugehörigkeit als Gegengewicht zur Angst.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sprachbildung als Zukunftskompetenz</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Sprachkompetenz junger Menschen zu stärken, brauchen wir Formate, die mehr als Fakten vermitteln – sie müssen <strong>Sprachmacht</strong> erfahrbar machen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Sprachsensibilisierung:</strong> Übungen, die zeigen, wie Worte wirken („Was klingt mächtig – was klingt leer?“).</li>



<li><strong>Narrative Kompetenz:</strong> Geschichten erzählen, die Zukunft entwerfen – nicht nur beschreiben.</li>



<li><strong>Rhetorik-Analyse:</strong> Beispiele aus Politik, Werbung und Popkultur entschlüsseln – „Wie wird hier Zukunft verkauft?“</li>



<li><strong>Selbstwirksamkeit durch Sprache:</strong> Eigene Reden oder Visionen schreiben – „Wie sieht meine Welt 2040 aus?“</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fazit</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die beste Antwort auf Polarisierung ist nicht nur rational, sondern emotional intelligent, narrativ stark und strategisch klug. Wer nur mit Fakten kontert, verliert oft die Aufmerksamkeit. Wer mit Geschichten, Bildern und Empathie arbeitet – und junge Menschen darin bestärkt – kann dagegen Meinungen bewegen und Zukunft gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">#Sprachmacht #Narrative #Jugendbildung #Rhetorik #Polarisierung #Empathie #Medienkompetenz #ZukunftGestalten #ConfirmationBias #EmotionaleIntelligenz #Storytelling #Bildung #Demokratie #Stadtbild #WDR #ARD</p>
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